Femel oder Fimmel wird von den Spinnern die schwächere männliche Hanfpflanze genannt. (S. Hanf.) emelbetrieb (Plänterbetrieb, Femel- oder Plänterwirtschaft), eine Art der Waldbenutzung. Man unterscheidet ungeregelten und Waldenuhm F. Ersterer 0 die älteste Art der aldbenutzung und gehört der untersten Kulturstufe, der bloßen Occupation an. Man nutzte aus den unerschöpflich scheinenden Vorräten der Urwälder das, was man gerade brauchte, ohne Rüchsicht auf irgendwelche Ordnung des Hiebes. Die Wiederverjüngung des Waldes, Ausfüllung der entstandenen Lücken, überließ man anfänglich ganz der Natur, später wendete man dazu auch Saat oder Pflanzung an. Als Gegensatz zu diesem F. ist der schlagweise Betrieb zu betrachten. Die neuere Zeit hat zunächst mehr als ein theoretisches Ideal den sog. geregelten N eingeführt. Die Ordnung der Wirtschaft wird durch eine Flächenteilung bedingt, d. h. es werden dem Wirtschafter für bestimmte mehr oder weniger eng begrenzte Zeitabschnitte bestimmte Waldflächen zur Femelung zugewiesen. Letztere besteht in der Entnahme der haubaren gewöhnlich ältesten Bäume; dabei findet eine Pflege der züngern Stammgruppen oder Horste mit Hilse von Durchforstungen, Läuterungen und Unterbau statt, entstandene Lücken werden ausgepflanzt oder besäet, soweit nicht von Natur genügende Besamung erfolgt. Die Beschädigungen des stehenbleibenden Bestandes bei der Fällung einzelner Bäume, die Transport⸗ und mancherlei andere Schwierigkeiten werden den F. nicht jene Ausdehnung gewinnen lassen, welche von einzelnen Forstwirten heutzutage gewünscht wird. Diese Betriebsart wird in der Hauptsache auf die Hochgebirgslagen beschränkt bleiben, wo der Wald Schutz gegen Lawinen, Abrutschungen u. s. w. gewähren soll, wo es also weniger darauf ankommt, dem Walde unter Beobachtung wirtschaftlicher Pflege möglichst günstige Erträge abzugewinnen, als darauf, denselben in möglichst ungestörtem Zustande zuerhalten, da den erstrebten Schutz ein Wald am besten gewährt, in welchem die verschiedenen Altersstufen der Bäume nicht räumlich getrennt, sondern wie im F. untereinander gemengt sind. Über planmäßige Einrichtung des F. vgl.: Der Plänterwald und dessen Behandlungo (Wien 1878). Unterart des schlagweisen Betriebes überhaupt, bei welcher mehrere Jahresschläge zuf ammengefaßt werden und die Verjüngung unter allmählichem Abtrieb des Altholzes entweder durch natürliche Besamung oder durch künstliche Ansaat oder Pflanzung erfolgt. Unter den deutschen Waldbäumen eignen sich besonders Buche und Tanne für diese Betriebsart. Werden sehr viele Jahresschläge zusammengefaßt und wird dadurch der Verjüngungszeitraum sehr lang, so nähert sich der F. in seiner Form sehr dem Femelbetrieb. Den Ausdruck hat C. Heyer zuerst angewendet, während G. L. Hartig diesen Betrieb Samenschlagbetrieb, noch ältere Schriftsteller Dunkelschlagwirtschaft u. s. w. nennen. Preßler führte den sehr bezeichnenden Ausdruck Vorverjüngung ein, weil hier die Begründung des neuen Bestandes vor den änzlichen Abtrieb des Altholzes ahetet im Gegen satz zur Nachverjüngung (Kahlschlagbetrieb), bei wel cher erst der alte Bestand vollständig abgeholzt und dann erst für Begründung des neuen Bestandes au der kahlen Fläche gesorgt wird.