FeedFuchs (Canis Vulpes)
Sport & SpielBrockhaus 1882

Fuchs (Canis Vulpes), eine Unterabteilung der Gattung Hund (Canis), unterscheidet sich durch den bis zum Boden reichenden, langbehaarten drehrunden Buschschwanz, den stark zugespitzten Kopf, die dichte Behaarung und dadurch, daß die Pupille durch die Einwirkung des Lichts sich zu einem senkrechten, schmalen Spalte verengt. Gegen die Mitte des Schwanzes befindet sich eine Drüse, die stinkende Viole in der Jägersprache genannt, die einen mehr oder minder starken gewöhnlich aber sehr unangenehmen Geruch verbreitet. Es sind viele Arten aus fast allen Weltgegenden bekannt; sie gleichen sich alle in ihren Gewohnheiten, Schlauheit, mehr nächtlicher Lebensweise, im Bewohnen unterirdischer Baue u. s. f. Am bekanntesten ist der europäische oder gemeine Fuchs, auch Birkfuchs genannt, der über die ganze nördl. Welt verbreitet ist, Baue mit einer Haupt⸗ und mehrern Fluchtröhren anlegt, auch wohl Dachse aus den ihrigen vertreibt, sich von Geflügel, Hasen, Kaninchen, Feldmäusen, Reh- und Hirschkälbern, auch von Aas, Insekten, Heuschrecken, Schnecken, Vogeleiern, Honig, Früchten und Beeren nährt. Sein heiseres Bellen läßt er selten, gewöhnlich zur Nachtzeit, hören, und selbst jung eingefangen, läßt er sich nur schwer zähmen. Fallen wittert er sehr leicht und vermeidet sie mit äußerster Schlauheit; als Raubtier und besonders seines nützlichen Felles wegen wird er so viel verfolgt, daß er bei geringerer Lebenszähigkeit und Fruchtbarkeit schon lange ausgerottet sein müßte. In den Tierfabeln spielt er (Reinekex, nach dem im 15. Jahrh. verfaßten epischen Gedichte «Reineke Vos » so genannt), als Urtypus der Schlauheit und Verschmitztheit, eine große Rolle. Auch in der japan. Tiersprache nimmt der F. (Kitsune) eine hervorragende Stelle ein. Das Pelzwerk aller Füchse bildet einen nicht unbedeutenden Handelsartikel. Der F. wird auf dem Anstande, in Treiben, mit Wildbodenhunden, in Eisen und Fallen erlegt. Eine große Beliebtheit gewähren, besonders in England, die Fu chsjagden zu Pferde mit großen Meuten auf diesen Sport eingeübter Hunde. Man kennt mehrere Varietäten des europäischen de z. B. eine sehr hellbraune in Norwegen, den zrandfuchs, der im südl. Deutschland und Norditalien nicht selten ist, einen schwarzgrauen Bauch und eine schwärzliche Schwanzspitze hat und her für eine eigene Art gehalten wurde. Das lotbarste Pelzwerk liefert der Schwarz⸗ oder Silberfuchs (C. argentatus), von welchem ein Fell oft mehrere hundert Mark kostet; weniger teuer, aber ebenfalls wertvoll ist der Pelz des amerik. Kranzfuchses und des Kitfuchses (C. einereo-argentatus). Charakteristische Arten der Gattung F. sind: der südamerikanische Fuchs (C. Auaraeh, über alle gemäßigten Zonen Südamerikas verbreitet, mit runder Pupille, der kleine, aber sehr wilde Korsak (C. corsac) mit großen spitzen Ohren aus den Steppen⸗ und Wüstenländern Asiens, und der Kama (C. kaama) aus den Stepduder beut⸗ Südafrikas. Eine besondere Gattung ildet heute der Fenek (s. d.). Zu einer besondern Gattung (Isatis) rechnet man auch den Eis- oder Blaufuchs (I. lagopus), der die baumlosen Polarländer bewohnt, sehr kleine Ohren, zwei vorstehende Krallen an den Füßen und fast runde Pupille hat; auch im Gebiß zeigt er Verschiedenheiten von der Gattung Vulpes. Er nährt sich vorzüglich von Vögeln, Fischen, Asern von Walrossen, Seehunden u. s. f., ist dummdreist und schlau zugleich, hat im Sommer einen braunen oder graublauen, im Winter einen ganz weißen Pelz, der aber Tant sehr geschätzt wird. (Hierzu Abbildungen auf Tafel: Wilde Hunde und Hyänen.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 392Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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