FeedDachs
TierreichBrockhaus 1882

Dachs (Meles) ist der Name einer Säugetiergattung, die man lange ihrer gedrungenen, plumpen Form und des Auftretens mit den ganzen Gebnie wegen zu den Bären zählte, die aber ihrem Gebisse Im entschieden in die Nähe der Marder gestellt werden muß, von denen sie sich freilich durch ihre Trägheit und mürrische Gemütsart, durch das teilweise unterirdische Leben in selbsttelwesfe Höhlen und durch die Liebhaberei für teilweise Pflanzenkost wieder unterscheidet. Das Gebiß zeigt durch die spitzen, starken Eckzähne und die scharfen Lückenzähne auf Fleischnahrung, während die Abstumpfung und Verminderung des Reißzahns, sowie ein Obertie breiter, stumpfhöcke riger Mahlzahn im Oberkiefer auf Pflanzennah51e 6 hindeutet. Der gemeine D. (M. Taxus) ist die bekannteste Art. Derselbe ist über ganz Mitteleuropa und einen großen Teil von Asien verbreitet, aber nirgends sehr häufig, und lebt stets einsam. Er hat einen dicken, niedrig stehenden Körper von etwa 70 em Länge, einen 15 em langen Schwan; und ein dicht⸗, aber grobbehaartes Fell, welches oben graugelb, an den Seiten heller und am Bauche schwarz, überdies mit einem von der Schnauzenspitze über den weißlichen Kopf jederseits bis auf die Schultern verlaufenden schwarzen Streifen bezeichnet ist. Er bewohnt bequeme unterirdische Baue, welche meist vier bis acht Eingänge und Gemzach. de und im Innern ein und die ei mrist emach, den sog. Kessel, haben, und die er meist nur des Nachts verläßt, um sich Rahrung zu ichen, welche aus Wurzeln, Ranmnche Insekten, Fröschen, Feldmäusen, jungen Kaninchen, Rebhühnern und aus Vogeleiern besteht. Der O. wird leicht fett und ist, jung eingefangen, leicht zu zähmen. Den Winter verbringt er im Halbschlafe, verläßt aber bei warmem Wetter gern den Bau, um sich zu sonnen. Bekannt ist seine Bissigkeit, wenn er gereizt wird; auch sind seine Beißmuskeln verhältnismäßig ungemein stark entwickelt. Man jagt den D. zuweilen im Sommer in mondhellen Nächten, indem man sich auf den Anstand stellt und ihn bei der Rückkehr zum Baue zu schießen sucht, oder indem man ihm Fallen stellt oder auch Netze in den Eingang zu seiner Höhle befestigt. Vorzugsweise aber gräbt man ihn in seinem Baue mit Hilfe von Dachshunden, die ihm in den Bau folgen, ihn in dem Kessel, wo er sich zur Wehre setzt, «verbellenv und so den Ort anzeigen, auf den man graben muß. Nach Jägerregel um er dann mit der Dachsgabel oder dem Krätzer, der wie ein Korkzieher gewunden ist, angespießt, aus dem Loche hervorgezogen und zur Schonung des 67b. totgeschlagen werden. Sein Fleisch ist süßlich, aber eßbar; in China werden D. auf den Fleischmärkten feilgeboten. Das Fell wird besonders von Sattlern verarbeitet; das lange Rückenhaar wird zu Malerpinseln benutzt. Eine andere, in Nordamerika einheimische Dachsart, der Labrador-Dachs (M. Labradoricus), eichnet sich durch die weiße Färbung an der Unterseite und durch weiches Haar aus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 765Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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