Eybler (Jos. von), Kirchenkomponist, geb. 8. Febr. 1764 zu Schwechat bei Wien, kam schon in seinem 10. Jahre in das Musikseminar zu Wien und erhielt gleichzeitig von Albrechtsberger Unterricht in allen Zweigen der Theorie. Mit reichem Talent zur Kirchenkomposition begabt und unermüdlich thätig, zog er die Aufmerksamkeit Haydns und Mozarts auf sich, die ihn beide mit Rat unterstützten. Im J. 1792 wurde er Chordirektor an der Karmeliterkirche, 1793 auch an dem Schottenstift, 1801 kaiserl. Musiklehrer, 1804 Hofvizekapellmeister und nach Salieris Ableben (1825) erster Hofkapellmeister. Letztern Posten bekleidete er bis 1833, wurde 1835 geadelt und starb 24. Juli 1846. Obgleich E., besonders in frühern Jahren, sich in jeder Gattung der Komposition versuchte, so war doch nur die Kirchenmusik sein eigentliches Fach. Hier steht er bedeutend da, und nur wenige neuere Meister vermögen sich mit ihm zu messen. Reichtum der Melodien und geistreiche Bearbeitung Hπ risieren fast ein jedes seiner zahlreichen Werke. Unter denselben sind hervorzuheben: 28 meist solenne Messen, 7 Te deum laudamus, 34 Graduales, 26 Offertorien und 1 Requiem. Auch schrieb er 3 Oratorien (unter denen »Die letzten Dingey); doch sind diese den ältern Werken nicht ebenbürtig.