Gaillae, Hauptstadt eines Arrondissements im franz. Depart. Tarn (Languedoc), rechts am schiffbaren Garonnezufluß Tarn und an der Linie Peri-WSõW. von Albi, in 137 m Höhe, hat zwei Kirchen (13. Jahrh.), einen Gerichtshof erster Instanz, ein Kommunal-Collége, eine Ackerbaukammer, ein Hospital und ein Militärgefängnis und zählt (1876) 6099 (als Gemeinde 8124) E., welche Gerbereien, Säene Lohmühlen, Ziegeleien, Mahl⸗ und ägemühlen und Spinnereien unterhalten, Haus- und Packleinwand, Seilerwaren und Stückfässer verfertigen, Getreide und Gemüse, besonders aber geschätzten Wein (den Hauptreichtum des Arrondissements, das jährlich etwa 5000 t ausführt) bauen und mit demselben sowie mit getrockneten Pflaumen, Geflügel u. s. w. einen sehr bedeutenden Handel treiben. Der rote Wein von Gaillae hat eine 7 dunkle defert viel Körper, Geist und guten Geschmack, verbessert sich durch Seetransport und hält sich sehr lange. Auch der weiße Gaillae besitzt Geist, Körper, angenehmen Geschmack und Süßigkeit. — G. bestand schon im 7. Jahrh., erhielt vom Grafen Raimund J. von Toulouse 819 eine Benediktinerabtei (St. Michael), die 1789 einging, und wurde 1280 von den Engländern erobert, welche das Archiv der Stadt nach London brachten. Die Stadt war schon damals reich, besonders durch den Handel mit Wein, der unter dem Namen Vin du Coq (nach dem Stadtwappen) nach England und Holland ausgeführt wurde.