Gail (Wilh.), Landschafts- und Architekturmaler, geb. zu München 7. März 1804, besuchte die Akademie daselbst und bildete sich unter seinem Schwager Peter Heß. Ehe er wieder ständig sich in seinem Geburtsorte niederließ, hatte er Gelegenheit, große Reisen und auf denselben zahlreiche Studien zu machen. Im J. 1825 ging er nach Rom,‚, 1830 nach dem nördl. Frankreich „endlich zu Anfang der dreißiger Jahre nach Spanien. In der frühern Zeit seines Schaffens überwog die genrehafte Darstellung, später die Architekturmalerei, schließlich verschmolz er Genre und Architektur in der glücklichsten Art, dabei der letztern das Schematische der geometrischen Konstruktion benehmend und das geistige Moment der Staffage stets in den Vordergrund rückend. Seine besten Bilder befinden sich in Spanien. Er gab auch 30 Lithographien Erinnerungen aus Spanienv heraus, so- wie ebenso viel Erinnerungen an Florenz, Rom und Neapelv. Ausgezeichnet sind seine Olgemälde: der Löwenhof in der Alhambra und der Dom von Cordova. Die Neue Pinakothek zu München besitzt von ihm den Saal des Dogenpalastes zu Venedig; den Löwenhof in der Alhambra hat G. auch radiert. Mehr archäol. Charakters sind seine 13 Abbildungen zu dem Werke des Barons von Malzen: «Monuments romains dans les états de Sardaignen (1825). G. lebt in München in Diensten des Herzogs von Leuchtenberg.