FeedGall (Ferd., Freiherr von)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Gall (Ferd., Freiherr von), Schriftsteller und Theaterintendant, geb. 13. Okt. 1809 zu Battenberg in Hessen, studierte in Gießen und Heidelberg IJurisprudenz, trat 1834 in oldenb. Staatsdienste und wurde 1842 zum Intendanten des Hoftheaters in Oldenburg ernannt. Schon vor Antritt seiner Stellung hakte er sich litterarisch e. 5 und außer der Reise durch Schweden (2 Bde., Brem. 1836) auch „Paris und seine Salons 5 2 Bde., Oldenb. 1844 fg.) veröffentlicht; er setzte diese Thätigkeit durch Herausgabe seiner im Februar 1844 gehaltenen Vorlesungen (unter dem Titel Der Bühnenvorstando) erfolgreich fort. Das oldenburger Hoftheater erlangte unter ihm, der Mosen als artistischen Beirat engagiert hatte, eine höhere Bedeutung, sodaß man ihn 1846 nach Stuttgart als Leiter der Hofbühne berief. Der Erfolg war ihm hier weniger günstig; Mißgriffe bei Engagements und Unkenntnis in musikalischen Dingen erschütterten seine Autorität. Im J. 1869 wurde G. pensioniert und zum Ceremonienmeister ernannt. Er starb 30. Nov. 1872 in Stuttgart. Sehr verdient hat sich G. um die Begründung des Deutschen Bühnenvereins gemacht, dessen Präsident er von 1851 bis 1858 war, nachdem er schon 1845 in der Broschüre: Vorschläge zu einem Theater-Cartello (Oldenburg), lebhaft für die von Küstner ausgehende Bewegung agitiert hatte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 475Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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