Baumeister 250 96 deutscher Schauspieler, geb. 28. Sept. 1828 zu Posen, besuchte ein berliner Gymnasium und kam 1847 als Chorist in Schwerin zum Theater. Im J. 1849 wurde er für das hannov., 1850 für das oldenb. Hoftheater engagiert und trat 1852 in den Mitgliederverband des wiener Hoftheaters ein, an dem er b 1857 als 1. k. Hosschauspieler wirkt. Während B. früher das Fach der Bonvivants und Naturburschen be-En 2et gab er später meist alte humoristische Rolen, Lebemänner u. s. w. B. ist ein vortrefflicher Darsteller von Partien wie Falstaff, Götz, Hans Lange, Perin u. s. w. Auch als Lehrer des wiener Honserpatoriunts entfaltet B. eine verdienstliche Thätigkeit. —Wilhelm B., Bruder des vori en, früher c, Offizier, später ebenfalls Schauspieler, war geb. 17. Nov. 1815 zu Berlin und hat sich als Bonvivant und Konversationsliebhaber bewährt. Er gehörte nacheinander den Bühnen zu Oldenburg, eipzig, Nürnberg, Frankfurt a. M., Hamburg, Schwerin und Berlin an, war ner Be Oterregissenr in Kassel und folgte 1857 einer Berufung an das berliner Hoftheater fr das Fach der ——— und humoristischen Väter. Im J. 187⁰0 entsagte er der Bühne und starb 6. April 1875 zu Görlitz. Seine Gattin Therese, geb. Ringelhardt (geb. 1819 in Bremen), gehörte als Vertreterin von Soubretten und ältern Rollen 1836—57 dem Theater an. — Die Schwester der Brüder B., Marie, geb. 1. Febr. 1820 in Berlin, debutierte in Danzig, spielte dann in Riga, Leip ig und Hannover, heiratete 1856 den Direktor Hofsmann und zog sich dann von der Bühne zurück, auf der sie 1875 wieder auf kurze Zeit am hambntger Thaliatheater in ältern Rollen erschien. Früher zeichnete sie si in naiven und sentimentalen Liebhaberinnen dur lebensvolle Wa rheit des Spiels aus. Baumeister (Joh. Wilh.), einer der bedeutendsten Tierärzte, Tiermaler und Züchtungslehrer Deutschlands, geb. 27. April 1804 zu Augsburg, wo sein Vater, ein ete schun Miniaturmaler, Zeichenlehrer war, bildete sich unter dessen Leitung und später in Augsburg und München zum Tiermaler aus. Seine Tierstudien führten ihn zur + wissenschaft. Er bezog 1825 die Tierarzneischule zu Stuttgart und uh dann 1827 in Gmünd als Tierarzt nieder. Nachdem er hierauf seit 1831 als Lehrer am landwirtschaftlichen Institut Ho enheim gewirkt, folgte er 1839 einem Rufe als rofessor und Hauptlehrer an die Tierarzneischule zu Stuttgart, wo er schon 3. Febr. 1846 sch W Als praktischer Tierarzt sehr geschätzt, hat sich B. auch durch eine Reihe von Schriften ber Gegenstände der Veterinärkunde, welche Cenntet er saßte mit korrekten, instruktiven und genial aufgefaßten Zeichnungen versah, einen geachteten Namen erworben. Unter B.s Schri ten ist namentlich hervorzuheben:· Das Handbuch der landwirtschaftlichen Tierkunde und Tierzucht⸗ (mit Holzschnitten, 3 Bde., Stuttg. 1843—47). Einzelne Teile dieses Handbuchs sind auch besonders erschienen, so die Anleitung zur Kenntnis des Außern des Pferdeso (Stuttg. 18⁴4⁵ 6. Aufl., bearbeitet von Rueff, Stuttg. 1870), Anleitung zum Betrieb der Pferdezuchto Stuttg. 1845; 4. Aufl bearbeitet von Rueff, Stuttg. 1874), „Die tierärztliche Geburtshilfes (Stuttg. 1844, 6. Aufl., bearbeitet von Rueff, Stuttg. 1878). Die besten künstlerischen Produkte von B. sind die 1846 in Stuttgart nach hmtert Radierungen, die von seinen Freunden nach hinterlassenen Zeichnungen herausgegeben wurden.