Gallmeyer (Josephine), bekannte wiener Soubrette, geb. 28. Febr. 1838 zu Brünn als die Tochter des Schauspielers Christian G. (gest. 25. Febr. 1867), begann bereits 1853 auf dem Theater zu Brünn ihre theatralische Laufbahn als Marion, wurde auch sogleich engagiert und gastierte von hier aus 1856 zum ersten mal am Josephstädtischen Theater zu Wien. Im J. 1857 trat sie auch als Gast am wiener Carl-Theater auf, wirkte 1859—60 in Hermannstadt, 1860—62 in Temesvär, und errang 1862 in Wien unter Strampfer in der Posse „Goldonkelo den ersten bedeutenden Erfolg. Im J. 1865 trat sie zum Carl-Theater Über und leitete 1874—75, aber ohne Erfolg, das Strampfer-Theater, dem sie seit 1873 angehörte. Schon vorher war sie einige Zeit engagierter Gast des Theaters an der Wien gewesen. Aus ihrer wiener Glanzzeit, die 1862 begann, sind vor allem ihre Leistungen als Elegante Tini, Leichte Person, Handschuhmacherin (Pariser Lebeno), Pfarrersköchin, Prinzessin von Trapezunt, Alte Schachtel u. s. w. hervorzuheben. In neuester Zeit trat sie wieder am Theater an der Wien, später auch in Amerika auf. Sie hat einen natürlichen Humor bei großer Originalität und Frische. Als Schriftstellerin bethätigte sie sich durch eine dramatische Arbeit: Aus purem Haßo, eine dramatische Parodie auf Sarah Bernhardts Gastspiel in Wien: «Sarah und Bernhardto, und zwei Novellen: Aus is'v und „Zwei Schwesterno (2. Aufl., Wien 1882).