FeedGeistinger (Marie)
MusikBrockhaus 1882

Geistinger (Marie), geschätzte Schauspielerin, geb. 26. Juli 1828 zu Gratz als die Tochter eines pensionierten russ. Hofschauspielers, debütierte 1844 in Kinderrollen auf der Bühne ihrer Vaterstadt und wurde 1849 für Laibach, 1852 als Soubrette ans Josephstädtische Theater in Wien engagiert, von wo sie 1854 ans Friedrich-Wilhelmstädter Theater nach Berlin ging. Im J. 1856 wurde sie Mitglied des hamburger Thaliatheaters, spielte 1858 in Glogau und Posen, dann drei Jahre in Riga, wo sie neben der Operette auch Schau⸗ und Lustspiel kultivierte, gehörte seit 1863 dem Verband des berliner Victoriatheaters, seit 1865 dem des Theaters an der Wien an und wurde hier in Offenbachschen, Suppeschen und andern Operetten jubelnd aufgenommen. Von 1869 bis 1875 führte sie mit Steiner auch die Leitung dieser Bühne. In der folgenden Zeit bewies sie an verschiedenen Orten, zuerst am wiener Stadttheater, ihre Befähigung als Heroine und Tragödin. Von 1877—80 war sie beliebtes Mitglied des leipziger Stadttheaters und wandte sich seitdem, ohne festes Engagement, Gastspielen zu. Ihr glänzendes Talent, das ihr gestattet, neben einer Schönen Helena eine Iphigenie zu s ielen, hat ihr auch in Amerika große Erfolge verschafft. Eine im J. 1877 mit dem Schauspieler August Müller-Kormann eingegangene Ehe hatte nur kurzen Bestand.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 695Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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