Bauer (Karoline), namhafte deutsche Schauspielerin, geb. 29. März 1807 in Heidelberg als Tochter eines bad. Rittmeisters, der in der Schlacht bei Aspern fiel. Früh schon zeigten sich bei ihr Sinn und Neigung für das Theater, und bereits im Dez. 1822 machte sie am Hoftheater zu Karlsruhe einen ersten Versuch als Margaretha in Ifflands «Hagestolzeno; der Erfolg desselben war ein glänzender und sie blieb seitdem bei jener Bühne. Im J. 1824 nahm sie ein Engagement bei dem neuerrichteten Königstädtischen Theater in Berlin an, ging aber bald zum Hoftheater über, dem sie fünf Jahre lang angehörte. Im Mai 1829 verließ sie das Theater und lebte bis 1831 in geheimgehaltener morganatischer Ehe mit dem Prinzen Leopold von Sachsen-Coburg als Gräfin Montgomery in London, Prinz und en ihrem Landsitze in England. Als der Prinz den belg. Thron bestieg, kehrte sie aus Liebe zur Kunst auf die Bühne zurück, nahm zuerst ein dreijähriges Engagement in Petersburg an, unternahm 1833 und 1834 eine Kunstreise, auf welcher sie in den deutschen und österr. Hauptstädten reiche Lorbeeren erntete, und trat 1835 in ein Engagement am dresdener Hoftheater. Im J. 1844 schied sie für immer von der Bühne und heiratete den poln. Emigranten Grafen Ladislaus von Broel-Plater. Seitdem lebte sie zurückgezogen in der Schweiz und starb 18. Okt. 1877 auf ihrer Villa Broelberg bei Zürich; sie wurde auf dem achnete sh Rapperswyl begraben. Karoline B. zeichnete sich namentlich in schalkhaften, pikanten und koketten Rollen des Konversationsstücks und reslaches aus; doch . . der Tragödie hat sie Treffliches Dartelt Die Gabe lebendiger Aufsassung und Darstellung bewährte sie auch als Schriftstellerin in den Werken, in denen sie ihre reichen Erlebnisse und Erinnerungen aufzeichnete. Aus meinem Bühnenleben. Erinnerungen von Karoline B. (herausg. von A. Wellmer, Berl. 1871; 2. Aufl., 2 Bde., 1876—77) und «Komödiantenfahrten. Erinnerungen und Studien von Karoline B.(herausg. von A. Wellmer, Berl. 1875 u. 1877) sind Theatermemoiren von fesselndem Inhalt und enthalten wertvolle Beiträge zur deutschen Theatergeschichte des 19. Jahrh. Nach ihrem Tode veröffentlichte A. Wellmer unter dem Titel »Aus dem Leben einer Verstorbenen. Verschollene Herzensgeschichteno (4 Bde., Berl. 1878—80) noch drei Bände Memoiren und einen Band flüchtig geschriebener Briefe. Walm knüpfte sich später ein In Broel⸗ er Prozeß Wellmers gegen den Grafen von Broel-Plater, in welchem die Forderungen des erstern vom Gericht wesentlich zurückgewiesen wurden. auer (Klara), Romanschriftstellerin unter dem Pseudonym Karl Detlef, wurde 23. Juni 1836 10 Swinemünde geboren, ging 1860 als Klavierehrerin n 9 Pland und lebte später einige Jahre im innern Rußland und kehrte 1866 nach Deutschland zurück, wo sie dann ihre ersten Novellen: „Unlösliche Bander (Stuttg. 1869; 3. Aufl. 1877) und «Bis in die Stepper (Stuttg. 1869; 2. Aufl. 1871) veröffentlichte, welche die Eigentümlichkeiten des russ. Lebens behandeln. Im J. 1872 bereiste sie Italien, kehrte aber lungenleidend zurück und starb 29. Juni 1876 zu Breslau. Von ihren spätern Romanen sind berpor uheben: „Ein Dokumenty (4 Bde., 2. Aufl. 18700, „Norav (2 Bde., 3. Aufl. 1876), «Schuld und Sühney (2 Bde., 2. Aufl. 1877), „Auf Capriv (2 Bde., 2. Aufl. 1877), Mußte es sein 2o (2 Bde., 2. Aufl. 1875), „Die geheimnisvolle Sängerino 6 Aufl. 1878), „Benediktav (3 Bde., 1876), Russ. Idyllen. Nachgelassene Novelleno (1878).