Gallwespen (Cynipida) heißt eine zur Abteilung der Hautflügler gehörende Insektenfamilie, auch Gallicolae genannt, welche einen kleinen, queren Kopf mit fadenförmigen Fühlern, dicken Brustteil und meist einen stark zusammengedrückten und unten gekielten Hinterleib hat, der mittels eines sehr kurzen Stiels an dem Unterleibe der Hinterbrust besestigt und hinten mit einer Rinne für den am Grunde spiralig gewundenen alleachers versehen ist. Die Heu . zeigt sehr zahlreiche Arten. Die eigentlichen G. (Cyn ps) sind nicht durch lebhafte Färbung ausgezeichnet und meistens sehr klein. Die Erzeugnisse chrer Thätigkeit, die Gallen und vorzüglich die Galläpfel, entstehen uder daß die G. die Oberfläche des Blattes oder der Rinde anbohrt und dahin ein oder mehrere Eier legt, wodurch ein Reiz und dadurch ein vermehrtes Zuströmen des Saftes nach jener Stelle erregt wird. Die Larven, welche in den Gallen liegen, sind fußlos, dick, fleischig und nähren sich von der Aushöhlung des krankhaften, von der Pflanze erzeugten Gewebes. Sie verpuppen sich meist in den Gallen selbst. Am bekanntesten ist bei uns die Rosen-Ramen espe (C. rosarum), welche die unter dem amen Dedeguar bekannten moosartigen Auswüchse der wilden Rosen besonders erzeugt. Die Galläpfelfliege (C.gallae tinctoriae) findet sich nur in den Küstengegenden des Mittelmeers auf verschiedenen Eichenarten. Die auf unsern Eichen vorkommenden Arten erzeugen ebenfalls Gallen, die aber nicht so gerbstoffreich sind. Die Feigengallwespe (C. psenes) mit rötlich-weißen Flügeln, welche die wilden Feigen anbohrt, wird in den Ländern am Mittelmeere zur Caprifikation der wilden Zeigen benutzt. (S. Gallen und Galläpfel.) Galmei nennt man zwei verschiedene Erze des Zints. Das eine, auch edler Galm ei genannt, Zinkspat oder kohlensaures Zinkoryd, 2n CO; mit 64, Proz. Zinkoxyd), welcher nur selten deutiche rhombödrische Krystalle, gewöhnlich nieren-Conversations-Lexikon. 13. Aufl. VII. förmige, schalige oder stalaktitische, auch feinkörnige Massen von meist graulicher, bräunlichgelber oder schmutziggrünlicher Farbe bildet; sein spezifisches Gewicht Hebt bis 4,5. Andererseits bezeichnet man mit G. oder Kieselgalmei das Kieselzinkerz oder wasserhaltige kieselsaure Zinkoxyd, Zn, Si O. H. O, bestehend aus 67,5 Zinkoxyd, 25 Kieselsäure, 7,3 Wasser. Dem rhombischen System angehörig, haben seine Krystalle die Eigenschaft, an beiden Enden abweichend ausgebildet zu sein und dort ungleichnamige Elektricität zu entwickeln. Doch erscheint auch dieser Kieselgalmei vorwiegend in strahligen und faserigen, feinkörnigen und erdigen Varietäten mit ähnlicher Farbe. Beide Arten des G. kommen häufig auf Lagern und Gängen nebeneinander, auch in dichtem Gemenge vor, so am Altenberg (Vieille Montagne) bei Aachen, von wo ver1 Lager sich längs der Maas noch weit nach Belgien hinein erstrecken, bei Tarnowitz und Beuthen in Oberschlesien (ein mächtiges Lager innerhalb des Muschelkalks), Wiesloch am Südrande des Odenwaldes (lebenfalls dem Muschelkalk eingelagert), Raibl und Bleiberg in Kärnten (dem Jurakalk angehörig), Matlock in England, Nertschinsk in Sibirien. Sehr große Galmeilagerstätten wurden neuerdings in Wisconsin aufgefunden. Auf beide Erze gründet sich die Hauptproduktion des Zinks (s. d..