Galveston, Hauptort des gleichnamigen County und wichtigste See- und Handelsstadt des nordamerik. Freistaats Texas, liegt auf der Nordostecke von Galveston-Island, einer 49 lm langen, 5—7,5 km breiten, dürren Strandinsel, und an dem auf der Barre 4—5 m tiefen, für Seeschiffe uanr indt Galveston-Inlet oder der östl. Einfahrt in die Galveston-Bai, welche 56 Km lang und 1830 km breit, im Innern 6—7m tief, aber in der Mitte von einer Untiefe durchzogen ist und außer vielen andern kleinen Flüssen den 950 km langen Trinidad oder Trinity-River aufnimmt, den einzigen Fluß von Texas, der auf eine ansehnliche Strecke schiffbar ist. Die Stadt besißt den verhältnismäßig besten Hafen von Texas, ist regelmäßig gebaut, hat gerade, breite Straßen, die sich rechtwinkelig schneiden und von Gärten 95.—— sind, Häuser aus Holz mit weißem Anstrich, viele Baracken und Buden für die nächsten Bedürfnisse des Handels, der Schiffahrt und der Krämerei, 20 Kirchen, darunter eine katholische von got. Bauart, ein Ursulinerinnenkloster, die 1854 gegründete kath. Universität St.Marie in einem großen Gebäude (1882: 15 Lehrer, 200 Studierende), eine schöne Markthalle, ein Stadthaus und große Hotels. G. wurde 1835 Wane pas und hat sich bei seiner günstigen Handelslage rasch zum Hauptemporium von Teras erhoben. Schon 1839 zählte es etwa 2500, 1850 schon 4177, 1870 bereits 138818, 1880 endlich 22248 E., darunter 5046 Ausländer. Am Hafen befinden sich Werfte und Magazine. Der ganze auswärtige Handel von Texas wird hier bewirkt. Die Hauptexportartikel sind Baumwolle und Häute. Im J. 1870 wurden 246 284, 1875 368 245, 1880 endlich 491885 Ballen Baumwolle über G. verschifft. Auch ist der Verkehr der Küstenfahrer sehr bedeutend und regelmäßige Dampfschiffahrt findet „nach Neuorleans, Indianola, Corpus-Christi, Neu⸗ „york, Havana, andererseits aber auch nach europ. 1Häfen statt. Eisenbahnen führen in das Innere des Landes, dessen Produkten außerdem auch die eVerbindung des Trinity-River mit der Galvestonbai einen immer offenen Markt sichert. Auch sind e Eisengießereien, Naschinenbauanstalten, Baumwollepressen und eine Fleischpräservenfabrik vorhanden. t Die Insel Galveston oder San-Luis hat „einiges geschichtliches Interesse als Zufluchtsort des letzten Flibustiers Westindiens, des Piraten Latfitte, welcher del noch bis 1821 seinen Schlupf⸗ „winkel, die Insel Barataria, hatte, wo er eine 2 Galway, die südlichste Grafschaft der irländ. tProvinz Connaught mit einem Areal von 6339 aEm, „Unach Cork die größte der Insel, grenzt im Westen nan den Atlantischen Ocean, der hier eine Menge buet tiefer und sicherer Baien und Hafenbuchten ildet und zahlreiche Küsteneilande und Klippen umspült. Besonders tief greift im Süden die 35 km lange und 20 km breite Galwaybai in das Land ein, welche durch die an ihrem Eingange liegenden drei Arraninseln gegen Westwinde geschützt wird. Nach einer alten Tradition war sie ehemals der Süßwassersee Lurgan. Der 32 km lange und bis 16,5 km breite Lough (See) Corrib, welcher unterirdische Verbindung mit dem größtenteils zu Mayo gehörigen Lough Mask hat und südwärts durch den Corrib in die Galwaybai abfließt, trennt die Grafschaft in zwei Teile. Im Westen der Seen liegt die herrlich gestaltete, aber fast öde Berglandschaft Connemara, d. h. Land der Baien, deren höchster Gipfel der 817 m hohe Mweelrea im County Mayo ist; sie zersplittert sich an der Küste und bildet hier an 20, für Schiffe jeder Größe zugängliche Hasenbuchten, setzt sich in Mayo bis zur Clewbai fort und wird wegen ihrer wilden Scenerien mit Seen, Bergströmen und Wasserfällen oft die Jrischen weut Teil genannt. Gegen Süden grenzt dieser westl. Teil der Grafschaft mit der minder hohen Landschaft Jarconnaught an die fast hafenlose Galwaybai. Der südl. Landesteil ist mit Ausnahme einer kleinen Strecke, wo die bis 387 m hohen Slieve-Aughty-Berge aus Clare herübertreten, ganz eben oder nur wenig gewellt. Es gibt 25 schiffbare Seen von mehr als 1,5 km Länge. Der schiffbare, den großen Dergsee durchfließende Shannon und sein Nebenfluß Suck bilden die Ostgrenze. Von den zahlreichen kleinern Flüssen geht der Clare in den Corribsee. Im Osten wie im Westen gibt es außer den Seen auch Sumpf⸗ und Bruchstrecken, im Osten ute Viehweiden und fruchtbaren Ackerboden. Es ommen von der Bodenfläche auf Acker⸗ und Gartenland 12 Proz., auf Kleefelder und Wiesen 4, auf Weideland 31, auf Wald nur 1½, auf Landgewässer 5½, auf den Rest 45¾ Proz. Man baut hauptsächlich Hafer und Kartoffeln, aber auch guten Weizen, zieht vortreffliches langhörniges Rindvieh, seinwollige Schafe, Schweine und Pferde. Von Metallen wird nur etwas Blei gewonnen, dagegen bricht man in Connemara ausgezeichneten Marmor. Die großen Massen Seetang, welche an die Küste getrieben werden, benutzt man als Dünger oder zur Bereitung von Laugensalz. Das Landvolkist das ärmste in Irland und seine Wohnungen gehören zu den schlechtesten im Lande. Außer Linnenmanufaktur gibt es in G. keine Industrie von einiger Bedeutung. Nicht unbedeutend ist die Fischerei, namentlich der Heringsfang. Die Grafschaft und Hauptstadt schicken je zwei Mitglieder in das Parlament. Die Zahl der Einwohner belief sich 1841 auf 440 198, 1851 auf 321 684, 1861 auf 271042, 187¹ auf 248458, 1881 auf 241 662 (also in 40 Jahren eine Abnahme von 45,1 Proz.). Die Hauptstadt Galway, Municipalstadt und Parlamentsborough, nördlich an der gleichnamigen Bai und an der Mündung des Corrib, 185 km im Westen von Dublin und am Endpunkte der und dun gelegen, hat in ihrem ältern Teile enge und schmutzige Gassen, im neuern Teile aber breite und gerade Straßen. Die Vorstädte bestehen aus schlechten Hütten. Am linken Ufer des Corrib liegt die große Vorstadt Eladdagh, von Fischern bewohnt, die viel Eigentümliches in ihrer Lebensweise und einen selbstgewählten Mayor haben. Der Hafen, durch einen Kanal mit dem Corribsee vernbunden, ist groß, aber seicht. Man hat darum Docks gebaut, die sich ber eine Oberfläche von 2 ha erstrecken und 4,3 m tief gehende Schiffe aufnehmen dfkönnen. Die Stadt, ehemals eine der stärksten Festungen Irlands, noch jetzt als Garnisonsplatz und „Station für Kriegsschiffe und Kreuzer gegen den rSchmuggelhandel, sowie als Handelplatz wichtig, ist Sitz eines kath. Bischofs und zählte 1881 noch „18906 E. Sie hat einen Gerichtshof, fünf Kirchen, darunter den großen kath. Dom, die got. St. Nikolauskirche von 1320 und eine prot. Kollegiatkirche, acht Klöster, eine Lateinschule (Erasmus Smith's tCollege) und ein College der Queens-Universität zu Dublin. Die Industrie erstreckt sich auf Brauetrei und Brennerei, Gerberei, Malzbereitung, Marmorschleiferei, Eisengießerei und Bleicherei, der Handel auf Landesprodukte, Fische, Kelp, Marmor und Leinwand. Zum Hafen gehören nur 9 Schiffe von 329 t; 1877 belief sich die Hafenbewegung auf 323 Schiffe von 79650 t. Ehemals war der Handel mit Spanien bedeutend, und Andalusier sowie Castilianer wählten die Stadt zum Wohnort; aus jener Zeit haben manche Häuser noch den span. Charakter bewahrt. Namentlich erinnert der alte Palast mit seinen breiten Treppen, vergitterten Balkons und gewölbtem Portal durchaus an Burgos oder Toledo.