Cartagena, feste Seestadt (Ciudad und Bischofssitz der span. Provinz Murcia, am Fuße eines nackten, mit den Ruinen eines alten Kastells gekrönten Kegelbergs gelegen und am nördl. Ufer eines prachtvollen Bassins, welches durch einen zwischen zwei befestigten, schroffen dem Y en hindurchführenden breiten Sund mit dem Meere in BVerbindung steht und einen der vorzüglichsten Häfen des Mittelmeers bildet. Nebst Ca iz und emißt, sind unter K aufzusuchen. Ferrol bildet C. eins der drei span. Marinedepartements und ist zugleich Kriegs⸗ und Handelshafen. Ersterer (la därsena) liegt mit dem jetzt sehr verödeten Arsenal am Südwestrande der Stadt. Die Stadt selbst, die mit den Vorstädten (1877) 75908 E. zählt, ist gut gebaut, von starken Festungswerken umgeben und durch mehrere Forts verteidigt. Sie hat drei Kirchen, acht meist verfallene Klöster, ein großes Arsenal, Seebäder, eine Schiffahrtsschule, zwei Spitäler, ein Theater und hübsche Promenaden, aber schlechtes Trinkwasser. Der Handel hat auch durch die Eisenbahn von C. über Murcia nach Albacete seine frühere Bedeutung nicht erlangt. Der Hafen wurde 1879 von 2361 Schiffen mit 722101 t besucht. Hauptgegenstände mei, Apfelsinen. Die Industrie bes chränkt sich auf Schiffbau, Segeltuchfabrikation, Hanfweberei, Espartoflechterei und Herstellung anderer Schiffsbedürfnisse, mit denen sowie mit murcianischen Landesprodukten auch Handel getrieben wird. In der Vontadt Samn viele Mahlmühlen, im Osten der Vorstadt San-Lucia eine große Glas⸗ und eine Silberhütte und am östl. Ufer der Bai eine Bleihütte, alle mit Dampf betrieben. In der nahen Sierra de Cartageng gibt es zahlreiche, aber unzweckmäßig betriebene Blei⸗, Kupfer⸗ und Eisenbergwerke, welche angeblich gegen 12000 Arbeiter beschäftigen. Im Norden der Stadt liegt der Salzsee Almajar, durch einen Kanal mit dem Meere verbunden. — Die Stadt wurde 228 vom karthag. Hasdrubal erbaut und unter dem Na- und 28 (Carthago nova) zum und Waffenplatz der Punier in bestimmt, aber schon 210 von den Rö-Scipio dem Jüngern erobert, später den Vandalen 425 n. Chr. erobert dann im Besitz der Westgoten, der By⸗ (534—-624), dann abermals der derhobsich Spaenen 711 zerstört, erhob sich unter Philipp II. wieder zu früherm am Ende des 18. Jahrh bedeuso stark bevölkert als jetzt. Am erfochten bei C. die Franzosen einen Spanier. Im Spanischen Erb⸗ ˙HTDD„uf der im Ha-General Lopez Dominguez über13. Jan. beebte. Die Haupt-Insurgenten, die Generale Contreras nach Oran entkommen. ehemals mit dem Beinamen de feste Hauptstadt des Staates Bofüdamerik. Föderativrepublik Coeiner schmalen Landzunge an des Antillenmeers. Die Stadt Bischofs, Haupt-Seearsenal von Coein Colegio und ein Priestergut, bar der Festungswerke und hat größtenteils massive, eine Kathedrale, mehrere an-Kirchen und Klöster, unter denen Domingo und von San-Juan de ehemalige Jesuitenkirche, solid gebaut aufzusuchen. sind, und ein Regierungsgebäude, ehemals der Inquisition Grode o Brücken verbinden C. mit der ihm an Größe gleichkommenden Vorstadt Xexemani, die auf einer bn r liegt und vorzugsweise von Indianern bewohnt wird. C. war in der span. Zeit eine Festung ersten Ranges und nach avana und Puerto-Cabello der wichtigste span. este Platz am Antillenmeer. Jetzt bieten sowohl die großartigen Werke, deren Kanonen verkauft sind, als auch die Stadt selbst, obwohl mit Park und Theater, den Anblick gänzlichen 1.Mart dar, da der Seehandel sich fast ganz nach Sta.⸗Marta und nach Sabanilla unweit der Mündung des Magdalenastroms meLidervo hat. Doch legen die Dampfer der Linie iverpool-Colon monatlich einmal r an. Der 1600 ha große Hafen, der beste am ordgestade Sudamerikas und einer der schönsten des ganzen Antillenmeers, wird durch die von der nsel Tierra-Bomba vom offenen Meere abgechlossene und gesicherte Bai gebildet, zu welcher die beiden Zugänge Boca-Grande und Bocg-Chica ren. Der erstere von beiden, der sich durch schönes Fahrwasser und günstige Lage zum Ansegeln auszeichnete, ist durch eingesenkte Steine versperrt worden (nach dem Angriff Vernons), und es bleibt nur die schwer zu erreichende und gefährliche, durch zwei Forts geschützte Boca-Chica. Er ist seit 1856 Freihafen für die Einfuhr. Ein 1,5 m tiefer, 1846 wieder geöffneter Kanal erlaubt Schiffsverbindung mit dem am Magdalenaflusse gelegenen Calamar. Im J. 1879 sind eingelaufen 101 Schiffe von 148 667 t. Der Wert der Einfuhr war 737 559, der der Ausfuhr 631557 Doll. Die s91 der Einwohner, früher gegen 25000, beläuft ch jetzt auf 8600 (vier Fünftel Farbige), und noch mehr sind Wohlstand und Bildung gesunken. Indes ist doch eine Zeitung und ein Agrikulturbureau vorhanden; die Bewohner fertigen Lichte, Chokolade und Schildkrotwaren. Die mittlere Temperatur beträgt 28,3 C. Das Klima von C. ist ungesund und das Wasser schlecht. Das Gelbe Fieber herrscht bisweilen furchtbar. C. wurde 1533 von Don Pedro de Heredia, dem Eroberer des Landes, gegründet und 1544 zum Niederlagsplatz sür Neugranada, Caräcas u. s. w. erhoben. Der Ort hatte anfangs (1544 und 1586) viel von den Piraten zu leiden, die sich hier festsetzten, sodaß Francis Drake 1585 die Stadt niederbrannte. Am 5. Mai 1697 wurde C. von anzosen genommen, welche, da sie dieselbe nicht alten konnten, die Werke prengten. Standhaft ehauptete sich die Stadt 1741 gegen den Angriff der Engländer unter Admiral Vernon. Nachdem sie sich 1815 unabhängig erklärt, fiel sie nach harter Belagerung (seit August) 5. Dez. durch Hunger den Spaniern unter Murillo in die Hände, welche sie nach langer Blockade (seit Juli 1820) 26. Sept. 1821 wieder an Montillo übergaben.