FeedGuadalaxara (Guadalajara)
ErdkundeBrockhaus 1882

Guadalaxara (Guadalajara), Hauptstadt des Staates Kalisco in Mexiko, ehemals die zweite Stadt Neuspaniens, ist 460 Kkm im WNW. von der Stadt Mexiko, in dem fruchtbaren Thale von Atemajac und in der Nähe vieler Silbergruben gelegen. Der Ort wurde 1542 von Onate gegründet, ist seit 1549 Sitz eines Erzbischofs und zählte 1800 nur 19500, 1841 schon 46804, 1880 aber 78 600 E. Die Stadt, gut gebaut, mit geraden, breiten und gutgepflasterten Straßen und teilweise geschmackvollen, doch meist einstöckigen Häusern, besitzt 14 große Plätze, wobei ein Stierkampfplatz (den einzigen in Mexiko), viele Springbrunnen, die durch eine 12 km lange Wasserleitung gespeist werden, einen prachtvollen Regierungspalast, eine erzbischöfl. Residenz und mehrere andere stattliche Gebäude, darunter die Münze vom J. 1814. Außer der großartigen und reichen, 1618 erbauten Kathedrale, deren zwei Turmkuppeln 1818 durch Erdbeben einstürzten, gibt es noch andere, zum Teil sehr schöne Kirchen, wie die des Franziskaner⸗ und des Augustinerklosters, im ganzen 11 Klöster, ein Priesterseminar mit 13 Lehrstühlen, ein Theater, eine Universität in einem ehemaligen Jesuitenkollegium, eine höhere Schule, eine Akademie für Malerei, Zeichenkunst, Skulptur und Architektur und mehrere Klosterschulen. Bemerkenswert sind auch das sehr große Hospital Belem oder San Miguel, die neun geschmackvoll eingerichteten Bazars oder Portales (Bogengänge), die den Klöstern gehören und von diesen vermietet werden, und die schönen Promenaden. Die Einwohner sind größtenteils Gold- und Silberschmiede, Holz⸗, Eisen⸗, Schildkrotwaren- und Lederarbeiter, Sattler, Töpfer, Papierfabrikanten, Konditoren, Buchdrucker, Hutmacher, Gerber, Weber und Kattundrucker. Die Indianer der Umgegend sind geschickte Holzschnitzer. In der Nähe, bei der Brlicke Calderon, schlug Calleja 17. Jan. 1811 die Insurgenten unter Hidalgo.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 581Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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