FeedGänusbacher (Joh. Baptist)
MusikBrockhaus 1882

Gänusbacher (Joh. Baptist), Komponist, geb. 8. Mai 1778 zu 9 191 in Tirol, wurde von Albrechtsberger und Abt Vogler gebildet und ist besonders dadurch bekannt geworden, daß er bei letzterm 1809 in Darmstadt mit seinen Mitschülern K. M. von Weber und Meyerbeer in ein engeres Freundschaftsverhältnis trat. Im J. 1813 machte er den Krieg mit, lebte dann meistens in Wien, wo er 1823 Preindls Nachfolger am Stephansdom wurde. Er starb 13. Juli 1844. Als Komponist vermied er das Gebiet, in welchem seine beiden Mitschüler berühmt wurden, die Oper, fast ganz, verfaßte aber sonst in allen Gattungen eine große Zahl von Werken, namentlich Kirchenmusik. Gansbauch, ein der span. Tracht im 16. Jahrh. eigenthümliches Wams, welches sich vorn in eine Spitze tief herabsenkte, nach der Mitte zu mit Baumwolle oder Pferdehaar ausgestopft war und wie ein Polster vor Brust und Bauch herabhing. Die Krieger trugen den G. mit Riemen um die Achseln 7 wie einen Brustpanzer als selbständiges Stück, und auch der Eisenharnisch nahm Gänse, s. Gans. [diese Form an. Gänseadler, soviel wie Seeadler, s. Adler. Gänseblümchen oder Maßliebe, s. Bellis. Gänseblume (große), s. unter Chrysanthemum. Gänsebrust oder Hühnerbrust (Pectus carinatum), eine fehlerhafte Gestaltung des knöchernen Brustkorbes, welche sich durch keilförmiges Vorstehen des Brustbeins und seitliche Entwickelung der vordern Rippenabschnitte zu erkennen gibt und meist eine Folge der Englischen Krankheit (. d.) ist. Da mit der G. häufig auch eine zu mancherlei Beschwerden führende mangelhafte Ausdehnung der Lungen verbunden ist, so muß der Entwickelung der Englischen Krankheit so frühzeitig als möglich energisch entgegengetreten werden. Gänsedistel, s. unter Sonchus. edern. Gänsefuß, Pflanze, s. Chenopodium. Gänsefüßchen, s. Anführungszeichen. Gänsegeier, s. Geier. Gänsehaut (Cutis anserina) wird die menschliche Haut dann genannt, wenn sie bleich, kalt und mit kleinen bleichen Knötchen übersäet ist. Diese Knötchen entstehen infolge einer Zusammenziehung kreisförmig um die Haarbälge der Haut gelagerten zarten Muskelfäserchen, welche durch ihre Verkürzung die Haarbälge und die denselben benachbarten Talgdrüsen hervordrängen, 3218 sie die Hautoberfläche kegelförmig emportreiben. Zu gleicher Zeit kontrahieren sich auch die in der Wand der Blutgefäße der Haut gelegenen Muskelfasern, sodaß diese enger und daher blutärmer werden, Conversations-Lexikon. 13. Aufl. VII. was wieder Bleichheit und Kühle der ganzen Haut ur Folge hat. Die G. kommt durch verschiedene mstände, besonders aber durch Kälte und heftige Gemütserschütterungen, wie Schreck und Furcht, zu Stande; ferner zuweilen bei Ekel, unangenehmen Gehöreindrücken und hysterischen Krämpfen. Ein wichtiges Krankheitssymptom ist die G. nicht. Gänsekohl, s. Arabis. Gänsekötigerz, s. Ganomatit; auch wird oft verunreinigtes Chlorsilber als G. bezeichnet. Gänsekraut oder Gänserich, Pflanzenart, s. unter Potentilla. Gänsesäger (Mergus merganser) heißt die größte Art der Sägetaucher (Mergus), welche Gattung sich von den Enten, denen sie am nächsten verwandt ist, durch einen langen, geraden, schmalen und scharfrandigen Schnabel unterscheiden, der auf den Seiten mit starken Zähnen besetzt und vorn mit einem kräftigen Haken versehen ist. Es sind nordische Vögel, welche bei strenger Kälte in die gemäßigten Gegenden auswandern, gut fliegen, schwimmen und tauchen und sich vorzugsweise von Fischen nähren. In allem übrigen stimmen sie mit den Enten überein. Der G., der fast regelmäßig in Holstein, Mecklenburg und Pommern in einigen Paaren angetroffen wird und nur in sehr strengen Wintern nach Süddeutschland kommt, erreicht die Größe einer kleinen Gans, hat schwarzgrünen Kopf, Holle (Federbusch) und Oberhals, zart orangerote Unterseite und Brust, schwarze Flügel und Rücken und grauen Schwanz. Das Fleisch ist des Thrangeschmacks wegen ungenießbar. Gansfort, Vorläufer der Reformation, s. Wessel (Joh.). Gant, ein Wort zweifelhafter Abstammung, bedeutet seinem ursprünglichen Sinne nach die zwangsweise gerichtliche Versteigerung, Subhastation, daher auch gantieren, verganten, zwangsweise versteigern, zu zwangsweiser Versteigerung bringen: Ganthaus, das Haus, wo solche Versteigerungen abgehalten werden u. s. w. In der süddeutschen Rechtssprache wird G. vielfach im Sinne von Konkurs gebraucht; daher auch Gantmann, der Gemeinschuldner, Gantprozeß, der Konkursprozeß. Die deutsche Reichsjustizgesetzgebung kennt das Wort nicht; sie bedient sich der Ausdrücke Konkurs (J. d.) und Gemeinschuldner (s. d.). Ganta oder Gantang, ein kleines dnakeiten Getreide, Kaffee und Kakao, sowie für Flüssigkeiten auf den Philippinischen Inseln, als Trockenmaß ½5 des Laban oder Lawan (Coyang), als Flüssigkeitsmaß ½e der Tinaja, im Inhalt von 0,141 span.⸗castil. Kubikfuß = 31. Auf 1 Pico Weizen rechnet man 30 Gantas. Für die Philippinische Insel Mindanao wird die G. zu 193,2 engl. Kubikzoll angegeben 3½ Uoder 159,6 par. Kubikzoll. Gantang (auch Gantam, Ganton, Gantah. 1) Geldrechnungseinheit der Philippinischen Insel Mindanao. Er begreift 25 Stück des daselbst als allgemein gültigen Geldes gebräuchlichen chines. Kampan, einer groben Leinwand, und wird an Wert auf 10 span. Silberpiaster geschätzt, sodaß er nach der letzten philippinischen Ausmünzungsnorm 42 Mark 5½ Pf. deutsche Währung oder 21 Gulden 2/, Kreuzer österr. Silberwährung hat. — 2) Gewicht für Trockenwaren von verschiedener Schwere mehrerer ostind. Inseln und im Kaplande. Auf Batavia begreift im allgemeinen der G. 10 Kättis (Catjes) ½ Pikol oder 12½ alte holländ. Troypfund = 6,15 kg, in Bantam aber 32 Kättis ½s Pikols oder 40 holländ. Troypfund = 19,69 Kg, sodaß 1 G. von Bantam = 3½ sonstige batavische G. ist. Für die Insel Pulo-Pinang wird der G. als ein auch für Flüssigkeiten übliches Hohlmaß von ½6òh Koyan angegeben, im Inhalt von 271,65 engl. Kubikzoll =445 . In Singapore ist der G. für trockene und flüssige Waren (½%hο Koyan) 1½ altes engl. Weingallon == 4/13 J. In der Stadt Malakka ist der G. (/6⁰οοσ Koyan oder ½1 „Maßo, Maat) für Reis ein Gewicht von 6 holländ. Troypfund = 2,95 kg; 500 G. - 1 Last. In Palembang ist der G. (½/0 Koyan oder ½ Beli, Baly) ein Gewicht von etwa 6 Kättis oder etwa 7½ holländ. Troypfund = etwa 3,7 kg. Für Queda (im siamesischen Malakka) wird der G. (½4o Bahar) als ein Gewicht von Lengl. Handelspfund = 907,2 g angegeben. In Bandiermassing (auf Borneo) ist der G. Reis (½3o Last) eine Gewichtsmenge von 13½ engl. Handelspfund 6/os kg, der G. Pfeffer 16 batavische Kättis 9,84 Kg. In Mankassar (auf Celebes) ist der G. der Niederländischen Handelsgesellschaften, für Reis üblich, ein Gewicht von 11½ holländ. Troypfund = 5,6 Kg, der G. der Eingeborenen = ½ solcher G. Auf den Suluinseln wird der G. bei Reis an Gewicht zu 4 chines. Kättis oder ½5 chines. Pikol gerechnet 2,419 kg. Endlich bezeichnen die Niederländer mit dem Namen G. auch die Einheit des japan. Hohlmaßes für trockene und flüssige Dinge, das Schoo n 18), erhebt sich 15 Em westsüdwestlich von Opfer gefordert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 529Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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