Duller (Eduard), deutscher Dichter und Historiker, geb. 8. Nov. 1809 zu Wien, widmete sich auf der Universität daselbst philos. und jurist. Studien, beschäftigte sich aber daneben auch swon frühzeitig mit poetischen Versuchen. Bereits in seinem 17. Jahre schrieb er sein 1828 nicht ohne Beifall aufgeführtes Drama: Meister Pilgramo, welchem 1830 die Tragödie Der Rache Schwanenliedo folgte. Die seinem freisinnigen Streben ungünstigen österr. Verhältnisse veranlaßten ihn, nach München zu gehen, wo er unter anderm einen Balladenkranz:«Die Wittelsbacher (Stuttg. 1831), veröffentlichte. Nachdem er seit 1832 in Trier gelebt, wo er mit Sallet den innigsten Freundschaftsbund schloß, wandte er sich 1834 nach Frankfurt a. M. und 1836 nach Darmstadt, wo er bis 1849 verblieb und an der deutschkath. Bewegung hervorragenden Anteil nahm. Im J. 1849 siedelte er nach Mainz über, wurde daselbst 1851 Prediger der deutschkath. Gemeinde und starb 24. Juli 1853 zu Wiesbaden. D. hat als Journalist, Dichter und Geschichtschreiber eine große Fruchtbarkeit entwickelt und sich in allen seinen Schriften als ein warmer Freund des Humanismus bekundet. Seine bedeutendste Leistung auf lyrischem Gebiet ist Der Fürst der Lieber (Lpz. 1842; 2. Aufl. 1854); kleinere Dichtungen enthalten die «Gesammelten Gedichter (Berl. 1845). Unter seinen novellistischen Arbeiten sind die histor. Romane „Kronen und Kettenv (3 Bde., Stuttg. 1835), Loyola (3 Bde., Frankf. 1836—37) und Kaiser und Papsto (4 Bde., Lpz. 1838) am wertvollsten. In späterer Zeit wandte sich D. vorzugsweise der Geschichtschreibung zu. Sein Hauptwerk in dieser Beziehung ist die Vaterländische Geschichtes (5 Bde., Frankf. 1852—57), die nach seinem Tode von Hagen fortgeführt wurde. Sonst sind noch zu nennen: „(Geschichte des deutschen Volkso (Lpz. 1840; 3. Aufl., 2 Bde., Berl. 1845; umgearbeitet von Pierson, 1861; 6. Aufl., 2 Bde., 1877), . der Jesuiteno 190 1845; 3. Aufl. von Rosenthal, Brandenb. 1861), eine Fortsetzung zu Schillers «„Geschichte des Abfalls der Vereinigten Niederlander (3 Bde., Köln 1841), Maria Theresiav (2 Bde., Wiesb. 1844), «Erzherzog Karl von Osterreicho (Wien 1847).