Blumauer (Aloys), deutscher Dichter, geb. 21. Dez. 1755 zu Steier in Oberösterreich, trat 1772 in den Jesuitenorden in Wien und privatisierte hier nach der aurde. desselben, bis er als Censor angestellt wurde. Doch legte er später diese Stelle bundtung nieder, als er 1793 die Gräffersche Buchandlung übernahm, an der er schon seit 1787 einigen Anteil gehabt. Er starb zu Wien 16. März 1798. Seine zahlreichen Gedichte, in denen er Bürger zum Vorbild nahm, sind reich an Witz, der freilich nicht selten in derbe, wohl gar gemeine Späße ausartet. Die Jesuiten hat er in seinen Dichtungen, ungeachtet er dem Orden an Wichte keineswegs geschont. Nachdem er seine ichte in dem von ihm und Ratschky herausgegebenen „Wiener Musenalmanache (1781 fg.) mitgeteilt, erholten dieselben seit 1782 ½½½ in wiederolten Auflagen. Das meiste Aufsehen erregte er durch: Virgils Aneis travestierte (3 Bde., Wien 1784—88 u. öfter; mit Einleitung und Anmerkungen herausg. von E. Grisebach, Lpz. 1872). Seine »Sämtlichen Werkes erschienen öfters (zue 8 Bde., Lpz. 1801—3; später 3 Bde., Stuttg. 1871).