Garee, Gahrs, großes Maß und Gewicht für Getreide in mehrern Teilen Ostindiens. In der Provinz Madras und auf Ceylon hält das G. 300006 engl. Kubikzoll 4916 1; man verkauft aber Getreide auch nach dem Gewichtund rechnetdann ein G. = 9256½ engl. Handelspfund = 4198,6s Kg. In der Provinz Mysore ist das G. angeblich ein Gewicht von 521 Sihrs Pöcka (Schwergewicht) 1106,6 engl. Handelspfund = 501,95 Kg und an Rauminhalt ⸗ 38 977,3 engl. Kubikzoll = 638,71, in der in jener Provinz gelegenen Stadt Bangalore aber ein Gewicht von 4800 Sihrs Pöcka 10 195,2 engl. Handelspfund = 4624,47 kg. In Masulipatam ist das G. von 5 Kändis an Gewicht = 4800 Sihrs, an Rauminhalt ⸗ 1250 alte engl. Weingallons 55,o58 hl. Im franz. Vorderindien enthält das G. 125 Gallons ⸗226 194,6 pariser Kubikzoll-4486/ 1, bei Salz aber in Pondichéry und Karikal an Gewicht 9000 Pfd. altes pariser Gewicht 4405,55 kg, in Vanaon nur halb 0 viel. Garches, franz. Dorf mit 1460 E., südwestlich von St.⸗Cloud im Departement Seine-et-Oise gelegen, besitzt eine Kirche aus dem 13. Jahrh. und ein altes Schloß und ist geschichtlich namhaft geworden Rier den letzten großen Ausfall der Besatzung von Paris 19. Jan. 1871. In diesem unter dem Namen der Schlacht am Mont-Valeérien bekannten Kampfe bildete G. den Mittelpunkt des Gefechts. Die preuß. 10. Infanteriedivision verteidigte das Dorf gegen den Angriff der um 8 Uhr morgens vom Mont-Valerien her vorgerückten franz. Hauptkolonne unter General Bellemare, welche den Widerstand der Deutschen nicht zu überwinden vermochte und sich damit begnügen mußte, die vorliegenden Höhen nach Vertreibung der dort befindlichen Feldwachen zu besetzen. Um 2 Uhr nachmittags nahmen zwei Bataillone des preuß. Königs-Grenadierregiments und ein Bataillon des 59. Infanterieregiments auch diese Höhen wieder und warfen bis zum Eintritt der Dunkelheit die Franzosen aus ihren Stellungen bei G. zurück. Garcia (Manuel G. del Popolo Vicente), Sänger, Komponist und Gesanglehrer, geb. 22. Jan. 1775 zu Sevilla, kam, nachdem er in Cadix und Madrid als Sänger Ruf erlangt, 1808 nach Paris, wo er in der ital. Oper mit vielem Erfolge auftrat und die Leitung des Instituts übernahm. Im J. 1811 ging er nach Italien, wo er nicht minder günstige Aufnahme fand und die Gesangskunst theoretisch studierte. G. war 1816 —24 abwechselnd in Paris und London als Sänger und Gesanglehrer thätig; 1825 wandte er sich mit einer auserlesenen Operngesellschaft, zum Teil aus Mitgliedern seiner Familie bestehend, nach Neuyork und später nach Mexiko. Im Begriff, nach Europa zurückzukehren, wurde er auf dem Wege nach Veracruz durch Räuber seines Vermögens beraubt. So sah er sich genötigt, in Paris wieder seine Singkurse zu eröffnen. G. war bedeutender als Lehrer denn als Komponist, obgleich mehrere seiner dramatischen Arbeiten sich einer günstigen Aufnahme erfreuten. Er starb zu Paris 2. Juni 1832. Unter seinen Schülern erlangten namentlich Nourrit und die Merie-Lalande, vor allen aber seine älteste Tochter, Maria Felicita (s. Malibran), den ausgebreitetsten Ruf. Weniger Anteil hatte er indessen an der Ausbildung seiner zweiten berühmten Tochter Pauline (s. Viardot-Gareia). Sein Sohn, Manuel G., geb. 17. März 1805 zu Madrid, seit 1835 Professor der Gesangskunst am Konservatorium zu Paris, später Gesanglehrer zu London, erwarb sich durch Schriften über die menschliche Stimme und durch die geschätzte Ecole de G. (Par. 1841; 4. Aufl. 1856) einen Namen: seine Gattin, Eugenie G., geborene Mayer, geb. 1818 zu Paris, gest. daselbst 12. Aug. 1880, ehemalige Opernsängerin, war ebenfalls als Gesanglehrerin thätig. Garcia Gutierrez (Antonio), span. Dramatiker, einer der Mitbegründer der romantischen Schule, geb. 1812 zu Chiclana, widmete sich zu Cadiz mediz. Studien, entsagte aber denselben, um zu Madrid ganz seiner Neigung für die Dichtkunst zu leben. Im J. 1836 gelang es ihm, die Tragödie EI Trovadoro auf dem Theater del Principe zur Aufführung zu bringen, welche enthusiastischen Beifall fand und später von Verdi zu einer Oper benutzt wurde. Von seinen folgenden zahlreichen Dramen hatte sich nur das allerdings vortreffliche Stück EI encubierto de Valenciad eines bedeutendern Erfolgs zu erfreuen; die Tragödien El pagen und „La campana de Huescao wurden ungeachtet ihrer Vorzüge minder beifällig aufgenommen. Deswegen verstimmt, wanderte G. 1844 nach Amerika aus, wo er anfangs auf Cuba, äter zu Merida in Mucatan lebte. Nach seiner ückkehr nach Spanien wurde er zum Mitglied der obersten Theaterjunta ernannt und vom Finanzministerium mit einer Mission nach London betraut. Später ward er Direktor des archäol. Museums zu Madrid. Er fuhr fort für das Theater zu arbeiten, und unter seinen zahlreichen spätern Stücken fanden die Trauerspiele Simon Bocanegrap, (Juan Lorenzob und besonders die «Venganza catalanav (I. bis 7. Aufl., Madr. 1863 — 64) wieder großen Beifall. Neuerdings erschienen von ihm die Lustspiele «Un cuento de ninaso und aUna criolla (Madr. 1877). G. gilt unter den lebenden Dichtern Spaniens für den größten Meister in der Versisikation und seine Dramen sind reich an den schönsten lyrischen Stellen. Seine lyrischen Gedichte, die unter dem Titel Luz y tinieblaso (2 Bde., Madr. 1861) erschienen, haben keine hervorragende Bedeutung. Eine Auswahl seiner Werke erschien unter dem Titel 4Obras escogidas de Don Antonio G. (Madr. 1866).