Gareäo (Pedro Antonio Correa), hervorragender portug. Dichter, eins der bedeutendsten Mitglieder der Dichterakademie Arcadia Ulyssiponense, in welcher sich das schöngeistige Leben des 18. Jahrh. für kurze Zeit (1756—74) konzentrierte. Geb. 29. April 1724 zu Lissabon, studierte er einige Zeit Jura in Coimbra, gab jedoch diese Carrière bald auf, um der Dichtkunst zu leben und der Arcadia (in welcher er den Schäfernamen Corydon Erymantheo trug) zu Ansehen zu verhelfen. Marquis Pombal war dem freisinnigen Dichter feindlich gesinnt und ließ ihn unter nichtigen Anklagen April 1771 ins Gefängnis setzen, wo G. 10. Nov. 1772 starb, gerade an dem Tage, an welchem das Dekret unterschrieben ward, das ihn für frei erklären sollte. G. ist ein höchst talentvoller Lyriker; seine Oden, Episteln und Dithyramben sind schwungvoll und gedankenreich. Die beliebteste seiner Schöpfungen ist die Cantata a Didop (Parn. Lusitano, IV, 220). Sammlungen seiner Poesien erschienen 1778 (Lissab., 4Obras Poeticase), 1817 (Rio de Janeiro), 1825 (Lissab.). Außer eigentlich lyrischen Gedichten enthält die erste Ausgabe noch zwei Komödien und eine Reihe akademischer Prosareden.