FeedGarnier (Rob.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Garnier (Rob.), franz. Trauerspieldichter, der ausgezeichnetste unter den Vorgängern Corneilles, geb. 1534 zu Ferté-Bernard, studierte die Rechte, wurde später Parlamentsadvokat in Paris, unter Heinrich IV. Staatsrat und starb 15. Aug. 1590. Von Jugend auf der Poesie hingegeben und 1565 von dem Collége des Jeux floraux gekrönt, war er einer derjenigen, welche mit und nach Jodelle die Reform des franz. Theaters durch übersetzung oder Nachahmung griech. Stücke begannen und durch-Lat Seine stofflich größtenteils unselb:ständigen acht Tragödien und seine Tragikomödie Bradamantes, in den J. 1568 bis 1583 verfaßt, worunter letzteres Stück und die Jüdinnenv G.s bedeutendste Dramen sind, zeigen ein eingehendes Studium der Griechen und Römer und ein an Senecas Tragödien gebildetes Pathos, durch das er für die Folgezeit im franz. Drama vorbildlich wurde. Von den zahlreichen ältern Ausgaben seiner Stücke sind die zu Paris 1607 und Rouen 1618 erschienenen die besten; eine neue besorgte W. Förster (3 Bde., Heilbr. w1882 —83). Vgl. Ebert, «Entwickelungsgeschichte der franz. Tragödies (Gotha 1856).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 547Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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