Gas beim Durchgange durch diese Wände mechanisch von seinem letzten Gehalt an Teerdämpfen befreit wird. Zur vollständigen Entfernung des Ammoniaks aus dem Gase führt sich gegenwärtig ein Verfahren von Bolton u. Wanklyn in London ein, welches darin besteht, daß man das Gas durch Lagen von Superphosphat hindurchführt, wobei das Ammoniak vom Superphosphat vollständig absorbiert und letzteres in Ammoniak-Superphosphat übergeführt wird, das als Düngemittel einen erhöhten Wert besitzt. Mit noch einem enfaurr Gehalt an Schwefelverbindungen und Kohlensäure geht das Gas in die eigentlichen Reinigungsapparate über, in denen es einer Behandlung mit Kalk oder Eisenoxyd, resp. mit beiden unterzogen wird. Hier wird es von Schwefelwasserstoff gänzlich, von Kohlensäure bis auf ein Minimum befreit. ur Aufsammlung des fertigen gereinigten Gases dienen die Gasbehälter oder Gasometer, cylindrische, oben geschlossene, unten offene Glocken von Eisenblech, welche zwischen vertikalen Führungen frei auf⸗ und abgehend in mit Wasser gefüllten, meist gemauerten Bassins (Gasometerbassins) schwimmen. Zu⸗ und Ableitungsrohr für das Gas sind meist von unten durch das Bassin eingeführt und stehen um etwas über dem Niveau des Wassers vor. Mitunter besteht die Glocke aus zwei Teilen, die sich teleskopartig ineinander schieben (Teleskop,Hhehälter). Die Größe der Gasbehälter ist mitunter sehr bedeutend; man hat solche, die 5 Mill. Kubikfuß Gas fassen. Zur Regulierung des Drucks, welcher dem Gase von den Gasbehälterglocken gegeben wird, dienen 60 sinnreiche Apparate, die sog. Druckregulatoren. Mittels derselben ist man im Stande, jeden beliebigen Druck von Null bis zur Höhe des Gasbehälterdrucks zu geben und diesen vollkommen konstant zu erhalten. Nachdem das Gas aus den Gasbehältern die Regulatoren passiert hat, gelangt es in die Röhrenleitung und an die Orte seiner Verwendung. Das Röhrensystem ist wie das Adersystem des menschlichen Körpers; von der Fabrik, dem Herzen, gehen die Stammröhren aus und teilen sich in immer kleinere Aste und Zweige; sie durchziehen alle Straßen und Plätze der Stadt und liefern das Gas bis an die entferntesten Orte. Wichtig für eine gute Beleuchtung ist es, den Röhren überall genügend große Dimensionen zu geben. Die Hauptröhren macht man allgemein von Gußeisen, nur in Paris und einigen andern Städten Frankreichs kommen solche aus asphaltiertem Papier vor; die Zuleitungsröhren, welche zu den Straßenlaternen und einzelnen Häusern ainsühren, werden ebenfalls am — — aus Gußeisen oder aus verzinktem Schmiedeeisen hergestellt, sie bestehen übrigens in manchen Städten aus Schmiedeeisen und Blei. Wenn das Gas in den Zuleitungsröhren an den Laternen und Häusern der Konsumenten angekommen ist, so bildet es hier erst eigentlich die Ware, welche die Gasanstalt an die Gemeinde und das Publikum verkauft, und es ist vollständig geschäftsmäßig, wenn die Gasanstalt sich einer Kontrolle darüber unterwirft, daß das von ihr gelieferte Gas wirklich die Eigenschaften besitzt, die es besitzen soll. Im allgemeinen ist zu beanspruchen: eine gewisse Leuchtkraft, eine gewisse Reinheit und ein hinreichender Druck. Die Leuchtkraft wird gewöhnlich in Lichtstärken ausgedrückt und mittels des Photometers gemessen. Eine Leuchtkraft von 12 —15 Normalkerzen, d. h. eine solche, bei welcher eine