FeedMethhlamin
NaturlehreBrockhaus 1882

Methhlamin, organische Basen, welche gleichzeitig, aber auf verschiedene Weise von A. W. Hofmann und Wurtz künstlich dargestellt wurden. Sie leiten sich vom Ammoniak ab, aus welchem sie hervorgehen, indem ein oder mehrere Atome Wasserstoff durch Methyl vertreten werden. Hiernach unterscheidet man 1) Monomethylamin CHeNH2, 2) Dimethylamin (CIIz)2 NIX, welches mit dem Monoäthylamin CH, NIHIe isomer ist, und 3) Trimethylamin (CII)N, isomer mit Athylmeth lamin Die Methylamine finden sich ziemlich verbreitet in der Natur, so in manchen Pflanzensäften, in tierischen Flüssigkeiten, außerdem treten sie als Zerbamentlhberd mancher organischer Substanzen, namentlich bei der trockenen Destillation derselben auf. Sie verhalten sich sämtlich dem Ammoniak s ähnlich. Das Monomethylamin ist gasförmig, as Di-und Trimethylamin ist flüssig, siedet aber schon bei 8 bis 9· C. Das Trimethylamin findet sich besonders reichlich in der Heringslake und kann aus dieser durch Destillation mit Kalk gewonnen werden. steht als farbloses Gas beim Erwärmen von 1,3 Teilen Methylalkohol und 2 Teilen konzentrierter Schwefelsäure auf 110“. Zur Reinigung leitet man das Gas zunächst in Kalilösung und dann in konzentrierte Schwefelsäure, von der es mit Begierde absorbiert wird. Tropft man diese Lösung in lauwarmes Wasser, so wird der M. in Form eines gleichmäßigen Gasstromes abgegeben. Der M. riecht angenehm ätherisch, ist in kaltem Wasser leicht löslich und läßt sich durch Kälte und Druck zu einer bei — 24 C. siedenden Flüssigkeit verdichten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 672Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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