FeedGefecht
GeschichteBrockhaus 1882

Gefecht ist im allgemeinen die Bezeichnung für kriegerische Zusammenstöße und Kämpfe, im besondern die Benennung für den Kampf kleiner Heeresabteilungen, mag derselbe nun einen Teil des Kampfes größerer Heeresmassen (der Schlacht oder des Treffens) bilden, also ein Teilgefecht sein, oder selbständig geführt werden. Gewöhnlich spricht man beim Zusammenstoß von Armeen von Schlachtls. d.), von Armeekorps oder mehrern Divisionen auf jeder Seite von Treffen (s. d.); G. im engern Sinne würde demnach ein Kampf sein, in welchem die beiderseitigen Stärken eine Division oder weniger betragen. Mit G. im engern Sinne gleichbedeutend ist Affaire (veraltet) und Engagement, im weitern Sinne Aktion. Treffen beide Teile im Vorgehen aufeinander, so spricht man von Rencontre, worinter auch oft ein mehr zufälliges Zusammenstoßen don geringerer Tragweite verstanden wird. Scharmützel ist ein Gefecht von Patrouillen und kleinen Detachements, wie es namentlich im Sicherheitsdienst vorkommt. Je nach der Absicht, welche auf der einen oder andern Seite vorliegt, nämlich auf die Entscheidung zu drängen oder sich mehr abwehrend und hinhaltend zu verhalten, entsteht das entscheidende oder das hinhaltende G., letzteres heißt auch häufig G. um Zeitgewinn. Ersteres kann entweder als rein offensives G., oder defensiv-offensiv geführt werden, wenn die Absicht vorliegt, aus der Verteidigung zum Angriff überzugehen, oder wenn ein Teil der Kräfte derselben Seite defensiv, der andere offensiv verfährt. Rekognoszierungsgefechte haben den Zweck, durch demonstratives Verhalten den Gegner zum Entfalten seiner Streitkräfte zu veranlassen und so einen Einblick in seine Verhältnisse zu gewinnen. Zu den G. um Zeitgewinn rechnet man namentlich die Avant- und Arrièregardengefechte und die Vorpostengefechte. Schußgefechte bezwecken die Deckung von Arbeiten im Felde und andern militäris 1 Thätigkeiten, wie Brückens chlag, Schanzenbau, Requisitionen und Transporte. Zu den überraschungsgefechten gehört der überfall und das G. aus dem Versteck und dem Hinterhalt. Ortsgefechte oder lokalisierte G. drehen sich um die Behauptung beziehungsweise Wegnahme bestimmter Ortlichkeiten, wieHöhen, Vertiefungen, Wasserlinien, Wälder, Dörfer und größere Ortschaften, Defilés (als Brücken, Engpässe, Gebirgsthäler, Dämme). Ortsgefechte als Teilgefechte größerer Kämpfe spielen in der heutigen Gefechtsführung eine hervorragende Rolle. Wenn auch der Endzweck jeder kriegerischen Thätigkeit die Niederwerfung des Gegners ist, so ergibt sich doch aus dem Vorangegangenen hinlänglich, wie verschieden im speziellen Falle der

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 643Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Geschichte 6