Gelb gilt in der praktischen Färberei als eine von den drei einfachen Farben (gelb, rot, blau), obwohl theoretisch grün, rot, blau oder violett als die drei Grundfarben angenommen werden. (S. Farbe und Farbensehen.) G. wird teils durch Verdünnung oder Einmischung von Weiß (hellgelb, lichtgelb, blaßgelb), teils durch Einmischung von Rot (rötlichgelb, rotgelb, orangengelb) oder von Blau (grünlichgelb) u. s. w. nuanciert. Für die Färberei, Malerei u. s. w. werden gelbe Farbestoffe aus der organischen und unorganischen Natur entnommen und zum Teil durch chem. Prozesse zufammengesetzt. Die wichtigern sind: das G. des Gelbholzes, des Fiset⸗ oder Fustikholzes, der Quercitronrinde, der Gelbbeeren (Kreuzbeeren), des Wau, des Safran, der Curcuma⸗ oder Gelbwurzel, des Orlean; das Gummigutt, der Ocher, die Gelberde, das Auripigment (Schwefelarsenik) Kadmiumgelb (Schwefelkadmium), Kasselergelb (basisches Chlorblei), Neapelgelb (wesentlich antimonsaures Bleioxyd), Chromgelb (chromsaures Bleioryd). Dazu sind in neuerer Zeit gekommen neben der Pikrinsäure das Anilingelb, das Phosphin- und Giselagelb, Chrysanilin, Chrysoidin, Helioxanthin, Tropaeolin, das Martiusgelb (Binitronaphthol), die Aurantia (Hexanitrodiphenylamin) u. s. w. (S. Gelbfärben.)