FeedGelb
Handwerk & GewerbeBau-Lexikon 1881

Gelb, n., frz. jaune, engl. ellow, ital. giallo, span. amarillo, gualdo. 1. Ueber chromatische Stellung dieser Farbe s. d. Art. Farbe. Man symbolisirt den Neid durch Grünlichgelb, die Freude durch Hochgelb, und unterscheidet verschiedene Nuancen des G., z. B. Grüngelb (merde d'oie), Strohgelb, Wachsgelb, Schwefelgelb, Citronengelb, Dottergelb, Goldgelb, Hochgelb, welches dann in Orangeelb oder Chamois und endlich in Orangeroth übergeht. l Blaßgeld nähertsich sehrdem Weiß; dunkles G., frz. saure, geht in Braun über. Die gelbe Farbe in voller Reinheit wirkt prunkend u. heiter, darf aber nie in zu großen Flächen angewendet werden. — 2. Gelbe Farben. Die gelben Farbstoffe sind theils Natur⸗, theils Kunstprodukte. Zu den natürlichen gelben Farben gehören die Ocher (s. d.), die gelben Bolen (s. d. Art. Bolus), das Steingelb (gemahlene Zinkblende), welches als billige bräunlichgelbe Maueranstrichfarbe angewendet wird. Zu den künstlich dargestellten gehören bes. die gelben Bleifarben (s. d.), darunter namentlich das Chromgelb (s. d.), das Zinkgelb (chromsaures Zinkoxyd), das Urangelb, das Cadmiumgelb (s.Cadmium), das Antimongelb, der Antimonocher u. a. Die letzteren beiden sind wegen ihres hohen Preises zur allgemeineren Benutzung noch nicht geeignet. Außer den Mineralfarben werden in der Technik bes. nocheine Menge gelber Pflanzenfarbstoffe verwendet. Sehr viele Pflanzen, wie Färberscharte, Ginster, Wau etc., sind seit alter Zeit schon zum Gelbfärben benutzt worden. Andere gelbe Pflanzenfarben liefern Gelbholz, Berberitzenwurzel, Quereitronrinde, Curcume, Gelbbeeren, Cereisholz, Orlean etc., s. d. betr. Art. Zu Darstellung gelber Lackfarben dient das Gummigutti, dann eine Abkochung von Wau-Gelbholz etc., welcher man Alaun und Schlämmkreide zusetzt; ferner das aus China kommende Indischgelb, frz. Jaune indien (euxanthinsaure Magnesia). Als Anstrich⸗ und Oelfarben lassen sich die Erd⸗ und künstlichen Mineralfarben, die euxanthinsaure Magnesia, als Saftfarben die gelben Lacke und das Gummigutti verwenden. Für Gewebe eignen sich die Pflanzenfarbstoffe, die Pikrinsäure (J. d.) und die Chromfarben, als Schmelzfarben für Glas und Porzellan Chrom⸗, Uran? und Neapelgelb; s auch d. Art. Email. Ueber gelbe Beizen s. d. Art. Beize. Die gelben Mineralfarben, mit Ausnahme der Ocher, sind alle mehr oder weniger giftig; von den Pflanzenpigmenten ist blos das Gummigutti schädlich für den thierischen Organismus; s. auch d. Art. Naphthalin.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 413Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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