FeedGelbholz
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Gelbholz, alter Fustik (lignum citrinum), ist ein in der Färberei vielfach Dsuba Holz, welches aus Westindien, besonders Cuba und Haiti, ferner Mittelamerika und Brasilien zu uns kommt. Es ist das Kernholz des Färbermaulbeerbaums (Maclura aurantiaca NutH.), eines in den genannten Tropenländern wachsenden Baums aus der Familie der Urticaceen, welcher nahe Verwandtschaft mit den Maulbeerbäumen, namentlich dem Papiermaulbeerbaum hat, und wird namentlich aus Cuba und Tambico in großen, schweren, auswendig braunen, inwendig bräunlichgelben Blöcken ausgeführt. Man benutzt das G. besonders in der Woll⸗ und Seidenfärberei zur Hervorbringung grüner und brauner Mischfarben; denn für sich allein gibt es eine zwar dauerhafte aber nicht schöne gelbe Farbe. Durch Zusatz von Alaun und Kreide zu einer heißen Gelbholzabkochung entsteht die unter dem Namen Schüttgelb bekannte Lackfarbe. Seit Einführung der aus dem Kohlenteer stammenden gelben Farbestoffe hat die Wichtigkeit des G. sehr abgenommen. Die Farbstoffe des G. sind von Chevreul, von Wagner und zuletzt von Hlasiwetz und Pfaundler untersucht, ohne daß Näheres über deren Konstitution bekannt geworden wäre. Das Morin oder die Morinsäure C12 Hs O; ist in Wasser schwer löslich, krystallisiert aus Alkohol, löst sich auf Zusatz von Alkalien mit gelbbrauner Farbe in Wasser. Das Maclurin oder Moringerbsäure (13II100g ist in reinen Zustande farblos, löslich in Wasser, Alkohol, Ather, krystallistert und geht mit Alkalien und Erden gelbe oder braune Verbindungen ein.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 701Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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