FeedGembloux
ErdkundeBrockhaus 1882

Gembloux, auch Gemblours (lat. Geminicum), wallon. Städtchen im nördl. Teile der belg. Provinz Namur, ehedem zur Landschaft Brabant gehörig, 17 km im NW. von Namur, am Orneau, einem linken Zuflusse der Sambre, in 136 m Höhe, Kreuzungspunkt der Bahnen Brüssel-Arlon-Sterpenich und Tamines-Fleurus-Landen der Belgischen Staatsbahn, mit Abzweigung über Mazy nach Jemeppe-sur-Sambre, mit 3546 E., ist berühmt durch den Sieg, welchen hier 1578 der span. Gouverneur Don Juan d'Austria über die Niederländer erfocht, mehr aber noch durch seine Benediktinerabtei. Dieselbe wurde 922 von dem heil. Gilbert, einem Abkömmling der fränk. Könige, gestiftet und gelangte, anfänglich dem päpstl. Stuhl unmittelbar untergeben und im Genusse kostbarer Privilegien, bald zu hohem Ansehen, +9 — sie, mit dem Titel einer Grafschaft, unter den Ständen Brabants den Vorrang behauptete. Bei diesem weltlichen Glanze wußte sie jedoch zugleich den ihrem Orden eigentümlichen Ruhm eines wissenschaftlichen Strebens zu Jahth. ab wie namentlich die zu Anfang des 12. Jahrh. abgefaßte und als Geschichtsquelle sehr geschätzte Chronik des Sigebert (s. d.) von G. aus ihrem Schoße hervorging. Das 1857 von Tervueren hierher versetzte Landesgestüt wurde 1864 aufgehoben; dagegen besteht seit 1860 im Abteigebäude ein königl. landwirtschaftliches Institut. G. besitzt bedeutende Branntweinbrennereien, Zuckersiedereien und eine Messerfabrik.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 726Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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