FeedGeoeentrisch
ErdkundeBrockhaus 1882

Geoeentrisch (grch., d. h. auf den Mittelpunkt der Erde bezüglich), nennt man denjenigen Ort eines Gestirns, den dasselbe für einen im Mittelpunkte der Erde befindlichen Beobachter einnehmen würde. Die geocentrischen Orter sind für die nicht unendlich entfernten Himmelskörper von den auf der Oberfläche der Erde gesehenen örtern um den Betrag der Parallaxe (s. d.) verschieden. Unter geocentrischer Breite versteht man den Winkel am Mittelpunkte der Erde, welcher von der Ebene des Aquators mit der Richtung nach dem Orte auf der Oberfläche der Erde gebildet wird. Sie ist verschieden von der geogr. Breite, die durch die Ebene des Aquators und die auf den Beobachtungsort senkrechte Linie (Normale) entsteht. Die Verschiedenheit zwischen beiden Breiten rührt her von der abgeplatteten Gestalt unserer Erde und würde, wenn die Erde eine vollkommene Kugel wäre, gänzlich verschwinden. In den Ephemeriden der Wandelsterne sind geocentrische Koordinaten gegeben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 790Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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