FeedGeorg (Victor)
GeschichteBrockhaus 1882

Georg (Victor), Fürst zu Waldeck und Pyrmont, der Sohn des vorigen und der Fürstin Emma, einer Tochter des Fürsten Victor II. von Anhalt-Bernburg-Schaumburg, wurde 14. Jan. 1831 geboren. Da bereits 15. Mai 1845 sein Vater starb, folgte er demselben in der Regierung unter der Vormundschaft seiner Mutter, deren Regentschaft durch Proklamation vom 14. Jan. 1852 auf unbestimmte Zeit verlängert ward. Erst 17. Aug. 1852 trat Fürst G., der als General der Infanterie der preuß. Armee angehört, die Regierung definitiv an, und 29. Aug. ward die mit dem nach einer oktroyierten Wahlordnung gewählten Landtage vereinbarte Verfassung publiziert. Ein Rezeß vom 16. Juli 1853 ordnete die Domanialverhältnisse. Bei Ausbruch des Kriegs von 1866 war der Fürst von Waldeck, obgleich durch persönliche Sympathien mit dem Prinzen von Augustenburg verbunden, einer der ersten, welche sich für Preußen erklärten. Da durch die Verfassung des Norddeutschen Bundes dem Lande unerschwingliche Lasten auferlegt wurden, sprach der Landtag den Wunsch nach vollständiger Vereinigung mit Preußen aus. Letzteres zeigte keine Neigung, hierauf einzugehen. Es kam jedoch ein sog. Accessionsvertrag zu Stande, kraft dessen der Fürst nomineller Souverän blieb, die Regierung des Landes aber an Preußen überging. Durch die Militärkonvention vom 6. Aug. 1867 wurde das waldecksche Kontingent vollständig der preuß. Armee einverleibt. Der Accessionsvertrag wie die Militärlonvention traten 1. Jan. 1868 in Kraft. Der Fürst ist seit 26. Sept. 1853 vermählt mit der Prinzessin Helene, geb. 12. Aug. 1831, der Tochter des verstorbenen Herzogs Wilhelm von Nassau. Dieser Che entstammen fünf Kinder: vier Töchter und ein Sohn, der Erbprinz Friedrich, geb. 20. Jan. 1865. Georg, Prinz von Dänemark, geb. 1653 als wahlt König Friedrichs III. von Dänemark, vermählte sich 1683 mit Anna, der spätern Königin von England, und unterstützte seinen Schwager Wilhelm von Oranien in der Revolution von 1688. ach der Thronbesteigung Wilhelms wurde G. zum Herzog von Cumberland, nach der Thronbesteigung seiner Gemahlin zum Großadmiral von Irland ernannt. Er starb 1708.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 808Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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