FeedGeorg Wilhelm
GeschichteBrockhaus 1882

Georg Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg, Sohn des Kurfürsten Johann Sigismund und Vater des Großen Kurfürsten, geb. 3. Nov. 1595, gelangte 1619 zur Regierung. Schwach und unentschlossen, war er der damals sehr schwierigen polit. Lage durchaus nicht gewachsen. Sein kath. Minister Graf Adam von Schwarzenberg bestimmte ihn zu einer dem Kaiser freundlichen Politik und schädigte dadurch die Mark, in welcher Wallensteins Heer nach Willkür Erpressungen jeder Art vornehmen durfte. Nachdem G. zunächst ein von seinem Schwager, dem Schwedenkönige Gustav Adolf, angetragenes Bündnis aus Mißtrauen gegen dessen polit. Ziele abgelehnt hatte, ließ er sich 1631 durch Drohungen doch dazu bestimmen, dem Bunde der prot. Fürsten beizutreten, beteiligte sich jedoch dann nur wenig am Kriege und schloß 1635 mit dem Kaiser einen Separatfrieden. Da besetzten die Schweden ganz Brandenburg und verwüsteten es vollständig. G. verließ die Mark und zog sich nach Königsberg i. Pr. zurück, wo er 1. Dez. 1640 starb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 806Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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