FeedGersau
ErdkundeBrockhaus 1882

Gersau, eine weit zerstreute Pfarrgemeinde mit 1771 meist kath. C., die einen eigenen, 19 qlm linta Bezirk des schweiz. Kantons Schwyz bildet, iegt am Südfuß des Rigi auf dem rechten Ufer des Vierwaldstättersees, dessen mittleres Becken gewöhnlich als Gersauersee bezeichnet wird. Der Kern der Gemeinde ist das Pfarrdorf G., welches 460 müber dem Meere, 6 kmtwestlich von Brunnen, von Wiesen und Weiden, Obstgärten und Waldungen umgeben, am Seeufer liegt. Dasselbe besitzt eine schöne, 1812 vollendete Kirche, mehrere 1 Sloreuf und Gasthöfe und drei Seidenfabriken (Florettspinnereien und Zwirnereien). Mit den übrigen Uferorten des Sees ist es durch die Dampferlinie Luzern-Flüelen, mit Brunnen durch eine Fahrstraße, mit dem Kurort Rigi-Scheideck, der nördlich vom Dorfe 1648 m über dem Meere auf dem Kamm des Rigi liegt, durch einen Saumweg verbunden. Die anmutige Umgebung, die schöne, geschützte Lage und das milde Klima (Jahrestemperatur 10,07 C., Winter 1,95* C., Frühling 10,02 C.), welches Edelkastanien und Feigenbäume im Freien gedeihen läßt, machen G. zu einem namentlich im Frühling und Herbst vielbesuchten klimatischen Kurort. Der Ort gehörte im Mittelalter zum Thur⸗ und Zürichgau, kam dann an die Grafen von Lenzburg, später an das Haus Habsburg und durch Verpfändung an die Edeln von Moos zu Luzern, kaufte sich 1390 von diesen Herren los und behauptete, nachdem er 1359 das Landrecht der Waldstätte und 1433 von Kaiser Sigismund die kleintte m seiner Nurapasz erhalten hatte, als die kleinste Republik Curopas und „Zugewandter Orto der Eidgenossenschaft, vier Jahrhunderte lang seine Souveränetät. Infolge der helvet. Staatsumwälzung von 1798 wurde G. dem damaligen Kanton Vierwaldstätten und 1803 durch die Bonapartesche Mediationsakte dem Kanton Schwyz Iualtt in dem es einen eigenen Bezirk bildet. Noch im 19. Jahrh. versammelten sch hier an der sog. Fecker-oder Gaunerkilbi die Vagabunden der Schweiz jährlich zu drei großen Gelagen; den Schutz, der ihnen hierbei gewährt wurde, vergalten sie durch Vermeidung des Ländchens während der übrigen Zeit. ees (s. d.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 854Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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