Greifensee, Städtchen und See im Bezirk Uster des schweiz. Kantons Zürich. Das Städtchen liegt 444 müber dem Meere, 10 km östlich von Zürich unweit der Station Nänikon der Eisenbahn Zürich-Rapperswyl, am rechten Ufer des Sees, zählt (1880) 311 meist reformierte E. und besitzt eine 1350 erbaute got. Kirche und ein altes Schloß, das im 13. und 14. Jahrh. den Edeln von Hohenlandenberg gehörte, 1370 an die Grafen von ohcke und. Wber1402 an Zürich kam, dessen Landvögte und Oberamtmänner bis 1830 in demselben residierten. Im J. 1444 wurde im alten Zürichkriege die Burg G. von den Eidgenossen eingenommen und die zürcherische Besatzung unter Wildhans von Breitenlandenberg, die sich nach tapferer Verteidigung auf Gnade und Ungnade ergeben hatte, von den erbitterten Siegern hingerichtet, eine Blutthat, die als der Mord von G. in der Schweizergeschichte bekannt ist. Seitdem 1830 der Amtssitz von G. nach Uster verlegt wurde, ist das Schloß Privatbesitz. Der See, der nach dem Städtchen benannt ist, liegt 439 müber dem Meere, östlich vom Zürichersee, von dem er durch einen langgestreckten, 8 Km breiten, 600—850 m hohen Molasserücken getrennt wird, ist 6½ km lang, 1—2 kmi breit, 8½ akm groß und 34 m tief und erstreckt sich, rechts von teilweise sumpfigen Ebenen, links von Hügeln umrahmt, von SO. nach NW. Seine Hauptzuflüsse sind zwei Bäche des Namens Aa, von denen der obere in das südöstl. Ende des Sees eintritt, während der untere, die Pfäffiker-Aa, der Abfluß des Pfäffikersees, 2 Em südöstlich von G. am rechten Ufer mündet und als Glatt den See an seinem nordwestl. Ende wieder verläßt.