FeedGerstenberg (Heinrich Wilh. von)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Gerstenberg (Heinrich Wilh. von), deutscher Dichter und Kritiker, wurde 3. Jan. 1737 zu Tondern in Schleswig geboren, wo sein Vater als Rittmeister in dän. Diensten stand. Nachdem er die Schule zu Altona besucht und einige Zeit in Ne studiert hatte, trat er im 20. Jahre in dän. riegsdienste und wurde Rittmeister. . Friedrichs V. Tode nahm er 1766 seine Entlassung. Durch den Staatsminister Grafen Hartwig von Bernstorff kam er 1768 in die deutsche Kanzlei, und 1775 wurde er Resident bei der Reichsstadt Lübeck. Er begab sich 1783 nach Eutin zu seinem eunde Voß, und 1785 wurde er Mitdirektor des ottojustizwesens in Altona, welche Stelle er 1812 niederlegte. Er starb in Altona 1. Nov. 1823. Weiße beförderte seine (Tändeleienv, kleine anakreontische Erzählungen, die mit allgemeinem Beifall aufgenommen wurden, zum Druck (Lpz. 1759 u. öfter). Diesen folgten die schon früher verfertigten Prosaischen Gedichteß (Altona 1759), das nach Beaumont und Fletcher bearbeitete Trauerspiel „Die Brauty (Kopenh. 1765), «Gedicht eines Skaldend (Kopenh. 1766) und «Ariadne auf Naxoso (Kopenh. 1767). Sein mit J. F. Schmidt herausgegebener „Hypochondrist o (2 Bde., Schleswig 1763; 2. vermehrte Aufl., 1784) und die „(Briefe über Merkwürdigkeiten der Litteratur» (4 Sammlungen, 1766 —70) enthalten manche verdienstvolle kritische Arbeit G.s, manche für die damalige Zeit beachtenswerte Ansicht zu Gunsten des Volksliedes und zur richtigen Würdigung Shakspeares. Größere Anerkennung erwarb er sich jedoch durch sein Trauerspiel KUgolino» (Hamb. 1768), das durch freie Bewegung und energische Sprache nicht bloß die übrigen Dichtungen G.8, sondern auch alle übrigen Dramen jener Zeit überragte und, obschon bis zum Krassen gesteigert, noch jetzt als eine bedeutsame Erscheinung angesehen werden darf. In seinem Melodrama «Minona, oder die Angelsachseno (Hamb. 1785), seiner letzten pten ab en Arbeit, wich er ganz von den Prinzipien ab, welche seinem «Ugolino eine so große Wirkung verschafft hatten. Später beschäftigte er sich auch mit der Kantschen Philosophie und gab „Die Theorie der Kategorien entwickelt und erläuterto (Altona 1795) und ein «Sendschreiben an Villers, das gemeinschaftliche Prinzip der theoretischen und praktischen Aale ophie betreffende (Altona 1821) heraus. Schon früher hatte er Beatties «Versuch über die Natur und Unveränderlichkeit der Wahrheito aus dem Englischen übersetzt bednate u. Lpz. 1772; 2. Aufl. 1775). Er selbst esorgte eine Sammlung seiner «Vermischten Schriften „ (3 Bde., Altona 1815). erstenkorn (Hordeölum), die Entzündung der Haarbalgdrüsen der Augenwimpern, entsteht gewöhnlich in Gestalt einer kleinen entzündlichen, geröteten, von stechenden Schmerzen, Lichtscheu und Thränenfluß begleiteten Anschwellung am Lidrande, welche nach einigen Tagen entweder in Zerteilung oder, was häufiger der Fall ist, in Eiterung übergeht. Bisweilen entsteht aus dem G. bei mangelnder Aufsaugung ein Hagelkorn (chalazion), eine härtliche, allmählich wachsende Geschwulst im Lidknorpel. Häufig kommen mehrere G. hintereinander vor oder es entwickeln sich solche, namentlich bei skrofulösen Kindern, während längerer Zeit in Pausen von einigen Wochen. Die Behandlung beschränkt sich am zweckmäßigsten auf die Anwendung warmer Breiumschläge (Semmel in Milch), um die Schmerzen zu lindern und die Eiterung zu befördern, nötigenfalls auch die Eröffnung des kleinen Abscesses. Gegen häufig —.—.—.— G. erweisen sich leichte Abführungen, salinische Mittel und Solbäder, ferner Augendouchen nützlich.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 857Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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