FeedGeschenen oder Göschinen
ErdkundeBrockhaus 1882

Geschenen oder Göschinen, Dorf im schweiz. Kanton und Bezirk Uri, liegt 11900 m über dem Meere, 25 km südlich von Altdorf auf dem linken Ufer der Reuß an der Gotthardstraße und-Bahn und zählt (1880) 2990 meist kath. E., worunter 2285 Italiener. Bis 1872 ein unbedeutendes Filialdörschen der Pfarrgemeinde Wasen mit kaum 300 E., erst seit w1875 eine selbständige Gemeinde, verdankt der Ort seinen plötzlichen Aufschwung der St. deren Haupttunnel G.⸗Airolo 1 km südlich an der Geschenenbrücke beim Eingang in die Felsschlucht Schöllenen beginnt. Seit der Vollendung des Tunnels (1881), dessen Bau eine Menge ital. Arbeiter nach G. geführt hatte, nimmt die Einwohnerzahl wieder ab, obwohl G. als eine der Hauptstationen der Gotthardbahn immer noch ein nicht unbedeutender Ort ist. Das Geschenenthal, welches sich westlich von G. öffnet, ist ein einsames, wildes, von den vergletscherten Hörnern und Stöcken der Dammagruppe umschlossenes Hochthal, dessen Bach, die G.⸗Reuß, sich unweit G. durch eine enge Felsschlucht in die Reuß ergießt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 867Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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