Geschützbank, auch oft nur Bank genannt (frz. barbette), ist eine Anschüttung hinter einer Erdbrustwehr, welche den hier aufzustellenden Geschützen einen hinreichend erhöhten Stand gewähren soll, um frei über die Brustwehrkrone hinweg feuern zu können. Es wird hierbei vorausgesetzt, daß die Höhe der Brustwehr bedeutender ist als der vertikale Abstand der untern Fläche des Geschützrohres vom Geschützstande. Ohne die Anlage einer G. würde in diesem Falle der Gebrauch des Geschützes einen entsprechend tiefen Einschnitt in der Brustwehrkrone, den man Scharte (s. d.) nennt, bedingen. Eine Scharte hat aber stets eine Verringerung des Gesichtsfeldes im Gefolge. Wo ein großes Gesichtsfeld nötig ist, wird im obengenannten Falle die Anlage einer G. das Auskunftsmittel sein. Die Ausdehnung der G. nach rückwärts richtet sich nach der Länge der Lafette und der Größe des Rücklaufs des Geschützes, während ihre Breite von der Rücksicht auf die Anzahl der nebeneinander aufzustellenden Geschütze und auf deren bequeme Bedienung bestimmt wird. Eine bequeme Auffahrt führt zur G. hinauf. Solange man in den Feldschanzen Geschütze aufstellte, wurden für diese gewöhnlich Geschützbänke, die namentlich in den ausspringenden Winkeln lagen, gebaut. Bei der geringen Höhe der Feldgeschützrohre über dem Geschützstande waren die Bedienungsmannschaften auf der G. nur ungenügend gedeckt, weshalb man auch zu beiden Seiten des Geschützes Deckungs—⸗ gräben anlegte. Gegenwärtig kommen Geschützbänke in der Regel nur noch in Mat vor; da hier die Geschützrohre ungefähr in Manneshöhe über dem Geschützstande liegen, so gewähren die Geschützbänke, deren obere Fläche, je nachdem gleichzeitig eine flache Scharte angewendet werden soll oder nicht, auf 22 meoder auf 1)6 meunter der Brustwehrkrone liegt, den Bedienungsmannschaften eine genügende Deckung. Die Geschützbänke in Festungen werden schon in Friedenszeiten, und zwar gleichmäßig hinter der Brustwehr durchlaufend angelegt. (S. Festungsbau, und hier speziell Textfigur 1 und 2.) «über Bank feuernv heißt frei über die Brustwehr weg feuern, im Gegensatze zum Feuern durch Scharten. mogenant oder Kanonenmetall (auch Kanonengut, Stückgut) nennt man die zum Geschützguß bestimmte Bronze (s. d.). Solange man es noch nicht verstanden, den Gußstahl zur Herstellung von Geschützrohren zu verwenden, galt die G. als das vorzüglichste Geschützrohrmaterial. Sie zeichnet sich durch eine sehr bedeutende Zähigkeit aus, ihre Zugfestigkeit und Clasticität ist genügend, dagegen mangelt es der G. an Druckfestigkeit und Härte, und sie besitzt eine große Empfindlichkeit gegenüber den hohen Temperaturen, welche bei der Verbrennung des Schießpulvers entstehen; es ergeben sich bei längerm Gebrauch Erweiterungen und Ausbrennungen in der Seele der Rohre, überhaupt Formveränderungen, welche von Nachteil für die Wirkung und speziell die Trefffähigkeit der Geschütze sind. Dagegen springen Rohre aus G. verhältnismäßig selten und lassen sich bei der Schmelzbarkeit des Materials leicht herstellen und wieder umgießen, sodaß die G. einen großen bleibenden Materialwert (etwa 75 Proz. des Neuwerts) auch nach der Verarbeitung beibehält. Solange man nur die Wahl zwischen Bronze und Gußeisen hatte, wurde erstere zu allen Rohren verwendet, von welchen man eine große relative Leichtigkeit oder eine große Widerstandsfähigkeit forderte, so namentlich zu Feldgeschützen und zu Geschützen mit großen Pulverlädungen. Sämtliche größere Artillerien sind von alters her im Besitze einer großen Quantität bronzener Rohre, welche zum größten Teile veraltet sind. Der Wunsch, dieses Material zu verwerten, nicht minder als das Bestreben, durch Beibehalten der G. von der Privatindustrie unabhängig zu bleiben, hat, auch nachdem die vorzüglichen Eigenschaften des Stahls als Geschützrohrmaterials zur Erkenntnis gelangt waren, den Gedanken nahe gelegt, durch ein verbessertes Herstellungsverfahren die G. neben dem Stahle in lebensfähiger Gestaltung zu erhalten. Man versuchte zunächst durch eine chem. Veränderung ihre nachteiligen Eigenschaften auszugleichen, was aber weder in der Abuminiumbronze, noch in der Phosphorbronze (s. unter Bronze) gelungen ist. Einen bessern Erfolg hatten die Bestrebungen, durch ein mechan. Verfahren die G. zu verbessern. Der deutsche Fabrikant Küntzell, ebenso wie der Franzose Laveissière (1873) schlugen zu diesem Zwecke den Guß der G. in eisernen Formen, den sog. Schalen- oder Coquillenguß, vor, statt des bisherigen Gusses in Lehmformen. Es wird hierdurch, namentlich wenn noch damit der Guß über einen eisernen Kern verbunden wird, das Gußstück rascher abgekühlt, und wächst damit die Dichtigkeit, Festigkeit und Elasticität des Materials. Der österr. General Uchatius (s. d.) verbesserte das bisherige Verfahren, indem er zum Schalengusse noch das Aufweiten der Seele und Verdichten der Seelenwände durch Stahlkolben, welche mittels hydraulischen Drucks durch das Rohr getrieben werden und die Seele auf das gehörige Maß ausdehnen, fügte. Uchatius erreichte somit auf kaltem Wege, was der russ. Artillerieoberst Lawroff schon vor ihm durch Kompression der flüssigen Legierung erstrebt hatte. Mit dem Verdi tundswerinhren tritt eine weitere Aebüche der Festigkeit und Elasticität, sowie eine erhebliche Vermehrung der Härte und Widerstandsfähigkeit des Metalls zunächst den Seelenwänden ein, wohingegen die Zähigkeit desselben abnimmt. Uchatius wählte außerdem eine zinnärmere Legierung (8 Proz. Zinn statt wie bisher 9 Proz.). Die im Wege des Schalengusses und des Uchatiusschen Verdichtungsverfahrens hergestellte G. (mit 8 Proz. Zinn) kommt zwar dem Stahle noch immer nicht gleich, da sich bei derselben viel leichter als bei diesem Ausbrennungen und Erweiterungen der Seele ergeben und fortgesetzter Gebrauch viel rascher zu einer Abnahme in der Gleichförmigkeit der Wirkung wie in der Größe der Geschoßgeschwindigkeiten führt, übertrifft aber die bisherige G. an Güte erheblich. Während man der nicht verdichteten G. jetzt den Namen Weichbronze beilegt, wird die nach dem verbesserten Verfahren hergestellte G. Hartbronze, in Osterreich-Ungarn Stahlbronze genannt, welcher letztere Name aber wenig bezeichnend ist und leicht zu irrtümlicher Auffassung führt. Die Hartbronze fand zunächst in Österreich-Ungarn bei den Feldgeschützrohren M/75 Anwendung. Dieser Staat wußte sich auf diesem Wege bei der Beschaffung seines neuen Feldmaterials vom Auslande unabhängig zu erhalten. Die Annahme des Stahls hätte bei der geringen Entwickelung dieser Industrie im eigenen Lande den Kaiserstaat genötigt, seine Rohre aus dem Deutschen Reiche zu be-Feiun Auf Rohre der Belagerungs⸗ und Festungsartillerie wird in Ssterreich-Ungarn die Hartbronze jetzt gleichfalls angewendet, doch hat sie sich für die schweren Rohre der Küstenartillerie noch nicht durchweg als geeignet gezeigt. Im Deutschen Reiche hat die Hartbronze in der Belagerungs- und Festungsartillerie allgemeinen Eingang gefunden, dagegen wurde in der Feldartillerie, die 1873 ihre Ausrüstung mit Stahlrohren erhalten, die Hartbronze bis jetzt nicht angenommen. Italien verwendet die Hartbronze bei seinem neuen Feldgeschützmaterial und läßt die Stahlrohre fallen. In Rußland und Spanien hat jene gleichfalls bereits Beachtung gefunden. (S. Geschütz.)