Gesichtskrampf, auch mimischer Gesichtskrampf (spasmus facialis, tic convulsif) genannt, besteht in unaufhörlich wechselnden krampfhaften grimassenartigen Zuckungen und Verzerrungen des Gesichts, welche auf einer krankhaften Erregung des sog. mimischen oder Gesichtsnerven (nervus facialis) beruhen und am häufigsten auf reflektorischem Wege durch Erkältungen und psychische Einwirkungen (heftiger Schreck, Zorn und andere starke Gemütsbewegungen), bisweilen auch durch entzündliche Vorgänge in den Augen, Kiefern oder Zähnen hervorgerufen werden. Häufig wird nur eine Gesichtshälfte, in andern Fällen das ganze Gesicht von dem Krampf befallen. Der Kranke ist durchaus nicht im Stande, durch Willenseinfluß die Anfälle zu verhindern oder zu beschränken, dagegen werden die letztern durch Sprechen, Kauen, starke Geräusche und Lichteindrücke, sowie durch Gemütserregungen nicht selten erheblich verschlimmert. Die Krankheit kommt häufiger bei Männern wie bei Frauen vor und besitzt meist einen chronischen Verlauf und eine unbestimmte Dauer. Bei frischen ir- die durch Erkältung entstanden, nützen Dampfbäder, tüchtiges Schwitzen und warme Breiumschläge am meisten; ist das Leiden eingewurzelt, so ist die Anwendung des ach bleiben Stroms zu versuchen. Nicht selten freilich bleiben alle angewandten Mittel erfolglos, und das Leiden bleibt während des ganzen Lebens bestehen.