Geum L., eine zu den Rosaceen gehörige Pflanzengattung, Lenhpfeahn durch aufrechte, oben geteilte Stengel, einen zehnteiligen Kelch mit abwechselnd kleinern Abschnitten, Blumen mit fünf Kronblättern, meistens leierförmige Blätter mit großen Nebenblättern, am meisten aber durch die Griffel, welche in der Mitte eine hakige Einbiegung haben und nach dem Verblühen einen Haarbusch tragen. Die I Art der deutschen Flora ist Geum urbanum L., die gemeine Nelkenwurz oder Nelkenraffel, an Zäunen und Waldrändern, mit einer holzigen ernelke deren Geschmack und Geruch dem der Gewürznelke auffallend ähnlich ist. Daher schreibt sich auch der Name 6., welcher von dem griech. 96ν, ich schmecke, herzuleiten ist, sowie der Name Garaffel oder Raffel von dem ital. garofanata, d. i. Gewürznelke. Die Blumen sind gelb. Geum rivale L., die Bachnelkenwurz oder überhäng fel, findet sich an feuchten Orten und hat überhängende gelbe, rotgeaderte Blumen. Auf den Alpen und Apenninen einheimisch ist Geum montanum L., die Bergnelkenwurz oder Bergraffel, mit glänzend grünen Blättern und goldgelben Blumen. Die bedeutendste der in den Gärten kultivierten Arten ist Gerum coccineum L., die Scharlachnelkenwurz oder Scharlachraffel. Diese Pflanze stammt aus Chile, ist ziemlich hart und in ihrem Rhizom ausdauernd. Wurzelblätter ziemlich groß, länglich, gelappt und eingeschnitten. Stengel aufrecht, ästig, im Mittel 50 em hoch, an den jüngsten Astchen zu Anfang des Sommers Blumen tragend, welche nach Form und Größe denen der Erdbeeren und Potentillen ähnlich, aber sehr lebhaft rot, fast scharlachrot sind. Obgleich in Betreff des Habitus nicht sonderlich schön und auch nicht reich blühend, ist doch die Scharlachraffel, einzeln epflanzt, eine sehr geschätzte Zierpflanze für die Ratte, vorzugsweise in den Varietäten grandiflorum und flore pleno. Auch das recht hübsche G. sanguineum halten manche Botaniker für eine Form dieser Species. Man vermehrt diese Art wie ihre Varietäten nach dem Verblühen durch Stocksprossen, rascher durch Samen. Die aus diesen erzogenen Pflanzen werden pikiert und noch in demselben Jahre oder im nächsten Frühiahre auf den für sie bestimmten Platz gepflanzt. Mit G. rivale kann im Landschaftsgarten feuchtes Felsgestein dekoriert werden.