Hängewerk, n., frz. ferme en arbalète, armature clets pendantes, engl. truss-frame, hanging-post-truss, die oberhalb angebrachte Unterstützung eines Balkens, wohl zu unterscheiden von Sprengwerk, die unterhalb angebrachte Unterstützung durch Streben etc. Bei einem H. wird der nur an den Enden aufliegende Balken (Hängebalken) durch Eisen (Hängeeisen) an eine od. mehrere senkrechte Säulen (häugesänlen) angehangen, die sich über dem Mittel od. in thunlichst gleichweiter Entfernung vom Mittel der freien Länge des Balkens befinden, u. in ihrer schwebenden Stellung erhalten werden durch Streben, die, ziemlich am Ende des Balkens eingezapft od. versatzt, in schräger Richtung aufsteigen, den obern Theil der Säule fassen, so daß der Balken lediglich auf absolute Festigkeit (auf Zerreißung)/ in Anspruch genommen wird. Hat ein Dach od. dergl. mehrere Hängewerksbinder, so heißt das H. jedes einzelnen Binders ein Bock oder Joch. Hat jedes soche H. blos eine Säule, so nennt man es ein einfaches Hängewerk, richtiger einen einsäuligen Bock, frz. erme à (une) Clef pendante, 2 un seul poingon, engl. King-post-truss, joggle-truss, s. Fig. 2072. Bei dem zweisäuligen Hängewerk, frz. armature à deux poingons, engl. gueen-truss, setzen sich zwischen die Hängesäulen, die dann engl. queen-post heißen, noch horizontale Riegel (Spannriegel), die am obern Theil der Hängesäulen da, wo sie die Streben fassen, zwischen ihnen eingespannt sind, wie Fig. 2073 zeigt. Ist in einem Dach oder dergl. blos ein Hängebock angebracht, so nennt man das H.ein einfaches, frz. armature simple, SIELIOTHEK HEIDOELBERG O Universitat b.sengl. simple truss; stehen zwei Böcke über einander, so heißt das H. doppelt oder dreisäulig, der obere Bock frz. ferme seconde, engl. crown-truss, die obere Säule frz. faux poinçon, engl. orown-Ppost. Fig. 2074 stellt die gebräuchlichsten Versatzungen der Streben an dem obern, n.Fig. 2075 am untern Ende dar. Nicht so gebräuchlich, ilweil schwieriger zu arbeiten, aber zweckmäßiger sind die Versatzungen, welche in Fig. 2076 und 2077 dargestellt sind. Sollen mehrere Balken oder Decken durch He ge⸗ —tragen werden, so wird ein Träger (Oberzug) quer über die Balkenlage gelegt und an 3.— 4, m. von einander n‚angebrachte Hie (häugebinder) angehangen, woran dann die Balken durch Schrauben befestigt werden. Kann der —Träger unterhalb angebracht werden (Unterzug), so umnfassen die oben in die Hängesäulen befestigten Hängeeisen den Unterzug sowie die Binderbalken; die zwischen ihnen 8liegenden Balken ruhen dann auf dem Unterzug. H.e werden vorzüglich bei Brücken und Dächern angewendet. n.Je nachdem die Balkenlagen durchgehen, unterbrochen od. „in verschiedener Höhe durchgeführt sind, je nach der Steilheit des Daches, Verwendung des Dachraums, Möglichkeit der Anbringung von Wandsäulen, Schwertern, Zangen etc., stellen sich die Gestalten des H.s so verschieden heraus, daß sie alle anzuführen fast unmöglich sein würde. Einiges darüber s. unter d. Art. Brücke, Dach re. Wegen [der Gestaltung der einzelnen Theile, der Armirung etc. s.d. Art. Anker I.3,9, 11, d. Art. Bandetc. Beim Entwerfen eines Hes behalte man vorzüglich im Auge, daß durch die Wirkung desselben die Streben auf rückwirkende Festigkeit,