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AllerleiBau-Lexikon 1881

Haspel, m., auch Erdwinde, frz. treuil, tour, m., engl. Whira, windlass, s., ein Hebezeug, bestehend aus dem Haspelgestell (s. d.) u. der auf letzterem ruhenden horizontalen Walze (Welle, Rundbaum, Haspelbaum). Derselbe bewegt sich mit zwei eisernen Zapfen in Zapfenlagern (Pfannen, Zangen od. Pfadeisen), u. wird mittels zweier Kurbeln (Haspelhörner, frz. manivelle, engl. handle,turn-Sstake, daher Hornhaspel), oder durch zwei kreuzweise in dieselbe eingelegte Stangen (Haspelkreuz, daher Kreuzhaspel) in Umtrieb gesetzt. Um die Welle wird ein Seil geschlungen, an welchem die Last hängt. Der Winkel des Haspelhorns heißt das Knie, der an dem Zapfen befestigte Schenkel der Bug od. die Höhe, der zum Griff dienende Schenkel endlich Horn oder Spille. Wenn zwei Seile zugleich um dieselbe Welle geschlungen sind, so daß während des Niedergehens des einen das andere aufgeht, wie bei dem Berg bau und Brunnenbau häufig, so bringt man zwischen beiden Seiltauen eine Scheibe (Haspelscheibe) an. Fast nothwendig ist die Anbringung eines Sperrrades mit Sperrklinke und eines Daumens (s. d. 2.) am Ende des Haspelbaums. Die Welle liegt eirea 85 em. über dem Gestell. Die Höhe der Kurbeln od. Speichen ist meist ca. 42— 45em. Die nöthige Kraft verhält sich zur Last wie der Radius der Welle zur Kurbelhöhe. Um noch mehr Kraft zu ersparen, bringtman häufig bei Hornhaspeln sowohl als bei Kreuzhaspeln noch ein Schwungrad und ein Getriebe an; letzteres sitzt an der Kurbel u. greift in ein an der Welle sitzendes großes Stirn5 rad ein. Dann verhält sich die Kraft zur Last wie die Radien 8der kleinen Räder zu denen der größeren. Wenn man also n.die Last mit dem Radius der Welle multiplizirt u. in das d Produkt mit dem Produkt aus Kraft und Verhältniszahl des kleinen Rades zur Kurbelhöhe dividirt, so ist der Quotient gleich dem Raditis des Stirnrades. Natürlich kann man L.auch doppelte Getriebe anwenden. Außer dem Horn⸗ und jtKreuzhaspel hat man noch den Radhaspel; derselbe hat statt der Kurbel ein Rad (Haspelrad), um welches ein Seil oder eine Kette ohne Ende gelegt und von einer Dampfmaschine it od. dgl. herumgedreht wird (daher Seilradhaspel, Kettenradhaspel). Wenn aus der Stirn des Rades Speichenstücke (Arme oder Hörner) hervorstehen, die als Griffe zum Um⸗ . drehen dienen, so heißt der H. davon Armradhaspel; ebenso ugiebt es Tretradhaspeln oder Gangradhaspeln und Spill⸗ „ radhaspeln. Alle diese Hen gehören zu den einfachen; ist raber ein Stirnrad oder Trilling angebracht, oder ist der H. 3mit einem Krahn, einer Ramme (Haspelramme) in Verbinrdung, so sind es zusammengesetzte. Steht der H. nicht auf deinem Gerüst, sondern auf dem Erdboden, so heißt er Erdzhaspel. Hin mit drehbarem Gestell heißen Drehhaspeln.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 12Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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