FeedHerlitze
Sagen & MythenBau-Lexikon 1881

Herlitze, k., s. Kornelkirche. hHermaphrodit, Aphroditos (Mythol.),Sohn des Hermes u. der Aphrodite, welcher halb Mann, halb Weib gewesen sein soll; wohl nur bildliche Darstellung der Idee von einem Jüngling, in welchem sich der Charakter des Mannes und des Weibes vereinen. Herme od. Hermessänle, f. lat. Herma. Da dem Hermes (. d.) die Obelisken geweiht waren, da er unter Anderem auch als Beschützer des Eigenthums u. der Grenzen galt, stellte man an den Grenzen kleine Obelisken auf und nannte sie Hen; erst später fügte man ihnen den Phallos noch später eine Büste hinzu; vgl. auch d. Art. gaine 2. Hermes oder Alercurius (Mythol.), bei den Aegyptern Thot oder Thaut (Thaauth); der griechische H., jedenfalls aus diesem ägyptischen Gottentstanden, ist wie dieser Symbol des Verstandes u. der Klugheit. Er wird als schneller Bote der Götter, wie ein schlanker, junger Mann, mit geflügeltem Stab (Caduceus), den zwei Schlangen (die Sinnbilder der Klugheit) umwinden, mit einem geflügelten Hut, auch wohl mit zwei kleinen Flügeln an den Füßen, abgebildet. Oft trägt er auch eine Lyra, als deren Erfinder, u. als Gott des Handels einen Geldbeutel in der Hand. Auch findet man ihn mit einem Widderkopf, neben ihm einen Hund oder Hahn, dargestellt. Bei den Aegyptern erscheint in zwei Personifikationen. H. Anubis, der Gott des Hundsterns, ist der Führer der Scelen ins Leben, H. Thaut hingegen der Vater aller Wissenschaften und Künste, aller Erfindung u. aller Weisheit. Beide vereint also verkörpern das geistige Leben und werden somit symbolisirt durch den bibliothe Heidelberg DFC Nilmesser, die Obelisken, die Papyrusrolle, den Schlüssel, den Scepter, den Hund und das Gazellenhorn. Die Pyramiden gelten als Gräber des H. Thaut, Denkmale menschlicher Weisheit; die Obelisken sind dem H. Anubis als Träger göttlicher Weisheit geweiht.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 35Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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