FeedHobelmaschine
TechnikBau-Lexikon 1881

Hobelmaschine, f., frz. machine f. à raboter, Aplaner, raboteusè, f.,engl. planing-machine. I. Für Holz. Es giebt Planhobelmaschinen und Rundhobelmaschinen. Bei beiden stehen die Stichel in gerader Linie und unter sich parallel. Die Bewegungen stehen in geradliniger Vorschiebung des Stichels oder in Rückschiebung des Arbeitsstücks während des Schnitts, in seitlicher Verrückung des Stichels oder Arbeitsstücks zwischen den Schnitten; geschieht diese seitliche Verrückung nach einer Kurve, so entsteht die Rundhobelmaschine; ganz ähnlich ist das Prinzip bei den Nuthenstoßmaschinen. (Näheres s. in der „Schule des Bauschlossers“, Leipzig, bei Otto Spamer, Band II, S. 100 ff.) Ein Hauptvorzug einer guten Hobelmaschine besteht darin, daß man das Schneidewerkzeug in den Winkel gegen die zu bearbeitende Fläche zu stellen vermag, welcher für den zu führenden Schnitt am günstigsten ist. Der Winkel des Schrobhobels ist ein anderer als der des Schlichthobels, während die zwischen beiden gebrauchten Eisen unter verschiedene, zwischen beiden liegende Winkel gestellt werden; alle aber stelltman neuerdings unter viel spitzeren Winkeln, als bei den früheren Hobeln und H.n. Die Belastung, welche das Holz mit den Schneidewerkzeugen in der gehörigen Berührung erhält, wird durch Druckwalzen hervorgebracht. In Fig. 2115 geben wir unseren Lesern eine Hobel⸗ und Fräsmaschine für Simsleisten u. dgl. von Bernier u. Arbey; die Betriebskraft wird durch die Scheibenriemen AB auf die Frästrommel O übertragen, die in Fig. 2116 und 2117 in vergrößertem Mäßstab abgebildet ist, um die Einsetzung der Hobeleisen in dieselbe zu zeigen. Durch die Riemen Eu. ein konisches Getriebe wird die Welle F, dadurch aber die geriffelte Welle Ggedreht, welche, da sie ein wenig über die Tischplatte I vorsteht, das Holz fortbewegt. Letzteres wird durch 2 Druckwalzen K niedergedrückt, die durch die Hebel Kaufgehoben werden können. Die Trommel macht in der Minute 2000 Umdrehungen; in der Sekunde können 80—100 m. Leiste gehobelt werden. II. Für Stein. Den meisten Erfolg erzielten bis jetzt die von Brunton & Trier in London erfundenen Steinhobelmaschinen (deutsches Reichspatent Nr. 943), zu beziehen durch Bassermann & Mondt in Mannheim. Sie hobeln alle Sorten Steine, vom Sandstein bis zu Granit, Marmor, Porphyr, Syenit und anderen Steinen, die von Hand fast nicht zu bearbeiten sind, leisten daher vortreffliche Dienste bei der Herstellung von manchfacher Steinhauerarbeit, bes. Trottoirplatten, Bandsteinen, Treppentritten, Podestplatten, Thür⸗ u Fenstergewänden, Stürzen, Sockeln, Mauerdeckeln, Quadern. Man kann mit einer Maschine je nach Größe und Verwendung die Leistung von wenigstens 25—70 Steinhauern erreichen. Die erzeugten Flächen sind so rein, daß Abreiben mit Sand meist unnöthig ist. Das Poliren der Steine, die mit der Maschine gehobelt ebenfalls schneller als bei solchen, wurden. Die Konstruktion der dieselben arbeiten, sind so ein-Bedienung nur ein intelligenter Arbeiter 2118—2121 keine weitere Werkzeuge derselben bestehen Messern. Die Kosten für geringer als bei der Hand-Gußeisen statt des Stahls als — deutende Befesti-Scheibenmesser, während der nicht durch Stöße oder genaue Einstellung der rechten Winkel unter einander in 2verschiedenen Formen 2118 und 2119) dient zu Bearbeitung kleinerer Stücken und würde für Steinmetz-Werkstätten zweckmäßig sein; die zweite Form (Fig. 2120 u. 2121) dient für Quadern u. dgl.bes. auch für harte Steinsorten. Zum

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 41Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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