FeedHobelmaschinen
TechnikBrockhaus 1882

Hobelmaschinen (frz. machines à raboter, raboteuses; engl. planing-machines) sind nach Art des Hobels wirkende Maschinen, die zur Bearbeitung ebener Begrenzungsflächen von Holz oder Metall dienen. Über Holzhobelmaschinen s. unter Holzbearbeitung. Die Hauptbewegung der Metallhobelmaschinen, welche im neuern Maschinenbau hervorragende Bedeutung erlangt haben, ist eine geradlinig hin⸗ und hergehende und wird meist dem Arbeitsstück erteilt, während die seitliche sprungweise Verschiebung, welche der Stärke des Hobelspans entspricht, vom Werkzeug ausgeführt wird; bei kleinern H. dagegen, welche Shaping⸗ oder Feilmaschinen % werden, liegt das Arbeitsstück in der Regel fest und macht das Werkzeug sowohl die Schalt⸗ als die Lrenden Went Die in den H. ur Anwendung kommenden Werkzeuge stimmen in ihrer Form mit den Drehstählen überein, für spezielle Zwecke hat man jedoch besonders geformte Stähle. Die vorstehenden Fig. 1 u. 2 zeigen eine Handhobelmaschine, Shaping- oder Feilmaschine, die infolge ihrer kleinen Dimensionen leicht transportabel ist. Der Werkzeugträger a ist um seine horizontale Mittelachse drehbar und besitzt zu diesem Zweck einen cylindrischen Ansatz b, der mittels der Klemmkappen ce in jeder Lage fest mit dem Gleitstück d verbunden werden kann. Die Vor- und Rückwärtsbewegung des Werkzeugs wird durch Hebel e, Zahnrad k und Zahnstange g hervorgebracht. Die Zahnstange ist fest mit dem Querschlitten d verbunden, während sich das Rad fauf einem Bolzen des Längsschlittens medreht; der ganze Mechanismus nimmt daher an der selbstthätigen Verschiebung des Schlittens meteil. Eine Veränderung der Höhenlage des Stahls kann im Werkzeughalter selbst, aber auch durch Verschiebung des ganzen Oberteils der Maschine bei werreicht werden. Durch Drehung des Supportträgers um die Achsen der Cylinder n, o und pund durch seine Verschiebung ist man im Stande, den Stahl unter jedem beliebigen Winkel gegen das eingespannte Arbeitsstück zu stellen. Fig. 3—6 zeigen eine Hobekmaschine mit Kurbelantrieb von der Chemnitzer Werkzeugmals Johann Zimmermann in Chemnitz. Das Gestell dieser Maschine besteht aus den zwei Böcken aa, dem Bett b und den aufgeschraubten Ständern EEi, die oben durch eine Traverse verbunden sind. Der Antrieb erfolgt auf die Stufenscheibe ö‚ d, von wo aus die Bewegung mittels eines kleinen Getriebes auf das mit einem Schlitz versehene Rad e übertragen wird. Der Kurbelzapfen, desfen Gleitstück mit dem Coulissenhebel fin Verbindung steht, ist in dem Schlitz, dem erforderlichen Hub des Tisches entsprechend, verstelltar und erteilt dem Coulisfenhebel und dem durch eine Schubstange mit diesem verbundenen Tisch eine hin und hergehende Bewegung, und zwar erfolgt, wi „aus der Lage der toten Punkte g und g ersichtlich eder H %½ „ langsamer als der Rückwärts e gang. Der Werkzeugträger bewegt sich in eine Prismenführung des Balkens h und besteht aus dem Querschlitten i, dem wisheuit Stück kK, dem Vertikalschlitten m, dem Zwischenstück n und dem Stahlhalter o mit zwei Schrauben. Der Stahlzalter, welchen Fig. 6 im Schnitt zeigt, ist um inen Bolzen des Zwischenstücks drehbar, damit deim leeren Rückwärtsgang der Stahl frei über die Urbeitsfläche hinweggleiten kann, während er sich deim Vorwärtsgang gegen das Zwischenstück n temmt. Die ruckweise Querverschiebung des Werkeugträgers wird von einer auf der Achse des Rades befestigten und mit Nut versehenen Scheibe g einzeleitet, welche den Hebel r in schwingende Bewezung versetzt, die mittels der Stange t auf das auf : der Schraubenspindel s sitzende Schaltrad übertrazen wird. Die Größe der Schaltung wird durch Verchieben der Stangest in den Schlitzen des Hebels r ind des Schalthebels p bestimmt; durch einfaches Umschlagen des Schalthakens kann die Drehungsichtung der Schraubenspindel umgekehrt werden. Ddie Verstellung des Stahls sowohl in vertikaler als : in schräger Richtung erfolgt mittels des Handrädchens v; um jedoch den Stahl der Höhe des zu bearbeitenden Gegenstandes entsprechend einzustellen, wird der Querbalken h verstellt, wozu zwei mit konischen Rädern versehene Schraubenspindeln dienen. Für größere H. wählt man den Zahnstangenantrieb, welchen die in Fig. 7 in der Vorderansicht dargestellte Maschine besitzt. Die Bewegung des Tisches erfolgt hier durch Räder und Riemenscheiben in folgender Weise: Auf der Antriebswelle Ihein drei Riemenscheiben, von denen die mittlere die Leerscheibe ist. Die äußere k sitzt fest auf der Welle g, ebenso das Getriebe h; die dritte Scheibe i ist mit dem Getriebe K zusammengegossen und ubs lose auf der Welle g. Beim Schnitt des Stahls liegt der Riemen auf der Scheibeet und wird die Bewegung durch eine Räderübersetzung von vier bem auf dr auf das kleine Zahnrad p und von dieem auf die Zahnstange des Tisches übertragen. Beim Rück-aoder Leerlauf des Tisches liegt der Riemen auf i und wird somit die Bewegung direkt von k 8.18 übermittelt; das Rädervorgelege hm, so- wie die Scheibe f wird hierbei leer und in umgekehrter Richtung getrieben. Zur Umsteuerung ist an der rechten Seite des Tisches eine schwalbenschwanzförmige Nut eingehobelt, in welcher zwei Knaggen befestigt und nach der Länge des zu bearbeitenden Stücks verstellbar sind. Dieselben wirken auf einen gabelförmigen Steuerhebel, dessen ruckweise Bewegung mittels der konischen Räderpaare Ii und 12 auf die entsprechenden Wellen übertragen wird. Die Welle des Räderpaars I1 trägt außer dem zweiten, aus der Abbildung nicht ersichtlichen konischen Räderpaare noch ein Stirnrad, welches in eine auf der Querschiene der Riemengabel festgeschraubte Zahnstange eingreift und die Verschiebung der Riemen und somit die Umsteuerung der Maschine bewirkt. Zur Beschleunigung der Umsteuerung dient der Gewichthebel 2. Der Suport ist vertikal nur von Hand, horizontal dagegen selbsithätig verstellbar. Zu letzterm Iwech dient die genutete, vertikale Welle ue, welche mittels eines konischen Räderpaars den Hebel waund den mit demselben verbundenen Hebel wi in schwingende Bewegung versetzt, wobei das Sperrrad X und die Schraubenspindel y gedreht und damit der Support verschoben wird. Die Anwendung des Schnecken- und des Schraubenantriebs ist weniger gebräuchlich. Rundtorelapoadgt peusch sind oft noch mit einem Rundhobelapparat versehen, bei welchem der zu hobelnde Gegenstand auf einen sich ruckweise drehenden Dorn gesteckt wird und dadurch beim Hobeln die Gestalt eines Polygons mit so vielen Ecken erhält, daß weniges Nacharbeiten mit der Feile genügt, um ihm völlige Kreisform zu geben. Ganz speziellen Zwecken dient die Blechkantenobelmascheut Har 8 u. 9), welche in Dampfkesselfabriken zum Bearbeiten der Kesselblechkanten Verwendung findet. Wie aus den Abbildungen ersichtlich, wird die doppelte Schneidvorrichtung 8 und 81 längs des Gestells Lertehat und erhält ihre Bewegung von einem Vorgelege und einer Riemenscheibe R, die eine mit flachem Gewinde versehene Leitspindel in Umdrehung versetzt. Auf dem Tis B ist ein mit acht Preßschrauben C versehenes Jo durch die Schrauben A befestigt, durch welche das u bearbeitende Blech festgehalten wird. Das Nachstellen des Stahls geschieht selbstthätig, indem das auf der Supportspindel festsitzende Sperrrad DDr diese dreht, sobald der Sperrklinkenmechanismus an den Anschlag EEI —3. Die erste Einstellung wird von Hand mittels der Handräder FEI bewirkt, von denen die einen die Höhe, die andern die Weite regulieren. Der Support gleitet auf der Steuerstange G und es wird durch den Anschlag KH und das Hebelgewicht K die Verschiebung der Riemenabel und somit eine Anderung der Bewegung des Stahls erzielt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 279Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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