ionisch, adj. franz. ionique, engl. ionian. I. Zonische Säulenordnung (frz. ordre ionique, engl. ionian order) bei deu Griechen. Ueber die kunsthistorische Stellung der ionischen Bauweise s. d. Art. Baustil und griechische Baukunst. Den Namen hat diese Bauweise von der Landschaft Jonien, die wiederum nach Jo, einer Geliebten Jupiters, die dann in eine Kuh verwandelt ward, so hieß. Die i.e Säulenordnung zeigt bei weitem freiere, leichtere Formen als die dorische. Die Verhältnisse sind durchaus nicht ganz konstant, wie schon eine Vergleichung der beiden hier gegebenen Beispiele zeigt, die zugleich die beiden Hauptvariationen der ionischen Bauweise darstellen. Fig. 2193, Säule und Gebälk vom Tempel am Ilyssos bei Athen, gebaut unter Kimon um 440 v. Chr., giebt ein Beispiel der attischionischen Säulenordnung; Fig. 2194 aber, Säule und Gebälk vom Tempel der Minerva Polias zu Priene, gebaut vom Architekten Pytheus um 340 v. Chr., ein Beispiel der rein iren Säulenordnung. Höhen und Ausladungen dieser beiden Figuren erhellen aus umstehender Tabelle; dieselbe giebt die Mäße von unten angefangen, wobei der Modul, d. h. der Säulenhalbmesser, in 30 Partes eingetheilt ist. Der Säulendurchmesser ist bei Fig. 2193 gen sind von der Säulenachse aus gemessen. — Ebenso, wie an diesen beiden Beispielen, differiren sümtliche Mäße an allen erhaltenen Beispielen so bedeutend, daß auch nicht zwei davon übereinstimmen. Danach sind durch eben diese Beispiele etwa folgende Grenzen gezogen, innerhalb deren die Verhältnisse sich bewegen: Der Plinthus hat, wo er vorhanden ist, zwischen 9 und 14 Partes Höhe, zwischen 36 und 40 Partes Ausladung. Der rein i.e Säulenfuß (über den attischen s. d. Art. attische Base) hat zwischen 23 und 38 Partes Höhe und ziemlich verschiedene Gliederung. Als Beispiele dafür seien hier angeführt: in Fig. 2195 die Basis vom Tempel des Apollon Didymeus zu Milet, um 350 v. Ehr.; in Fig. 2196 vom Tempel der Here auf Fig. 2195. Fig. 2196, Samos, um 680 von Rhoikos und Theodoros ausgeführt, und in Fig. 2197 vom Tempel der Minerva Polias zu Priene. Der Schaft ist 7—9 Durchmesser hoch und meist mit 24 Kanälirungen versehen, die selten halbkreisförmig eingearbeitet sind, meist vielmehr als Profil eine halbe Ellipse haben. Die Intercolumnien differiren von 3%¾ bis 4¾% Durchmesser, die Verfüngung der Schäfte von ½ bis ½ des Durchmessers, die Gesamthöhe des Säulenkapitäls aber schwankt von 25 bis zu 50 Partes. Das Kapitäl kommt nämlich mit und ohne Hals vor; mit Hals besonders in Attika; die Form der Schnecken, ihre Ausladung, die Form des dazwischen liegenden Eierstabes, der Blätter, die Form der Seitenansicht der Polster, des Polstergurtes (Baluster, Balteus), die Form der aus den Schnecken auf die Eier fallenden Blätter, Schoten etc., differirt an den verschiedenen aus dem Alterthum erhaltenen Kapitälen so Stufe unter der Plinthkhbe Plinthe Rundstab Stäbchen Schaft mit Anlauf und Ablauf nebst Stbchen 2c. 44 Säule mit Kapitäl und Basis. 46 Plättchen des Ablaufs Astragal Länge der Polster (nach hinten) Durchmesser des Auges Innerer Halbmesser der Schnecke Unterer Halbmesser Aeußerer Halbmesser Oberer Halbmesser Vom Augenmittelpunkt zur Achse Fuge zwischen Schaft und Kapitäl Eierstab Fuge zwischen Eierstab und Polster Unteres Stäbchen am Polster Plättchen resp. Kyma Oberstäbchen am Kyma (Abakos) Fugenplättchen Erste Architravplatrlte Stäbchen Fries Gesamte Unterglieder Höhe der Wassernase (So viel verdeckt die — von den Aneeniedern. Hängeplatte Saum bedeutend, daß nur die geistlose Bequemlichkeit in der Renaiss ancezeit es möglich machen konute, darüber feste Regeln aufzustellen. In derselben Zeit ers ann man das Bauweisen unstreitig viel gethan; vergl. d. Art. Assyrisch, Persisch, Phönikisch und Israelitisch. Vielfach hat man sich abgeplagt mit der Aufstellung von Regeln zu Konstruktion der Schnecken. Das Beste ist, sie aus freier Hand zu zeichnen; s. übr. d. Art. Volute und Spirale. Regeln für die Verhältnisse 2c. der Kapitäle lassen sich demnach kaum geben. Mit etwas mehr Zuverlässigkeit kann man Grenzen für die Mäße des Gebälks aufstellen. Im Anfang war dies sehr einfach, wurde aber später ziemlich reich verziert. Es hat mit dem dorischen fast nur die allgemeine Eintheilung gemein, zeigt aber bei weitem weniger Remi-ISLIOTHEK Höhe. Ausladung. Höhe. Ausladung. 29 44 157½ 42½ 20⁰ ob. 37, unt. 41 ½13¼ ob. 33½, unt. 35¾ 4 2 34%½¼ ob. 25½, unt. 30494 ob. 25½¾, Unt. 30 7%½ 60. 30, Ant. 26½ 7%½ oben 31, unten 27 3½ oben 33, unten 31 4% 0b. 29%½% Aint. 270 90 6 2⁴ fehlt fehlt fehlt fehlt 12¼ unt. 28, O0. 28½¼½ 41% 26½ 14 unt. 295/, ob. 295½ 1½ 29½ 1½ 31 fehlt fehlt 3 unt. 34 /, ob. 36 ½ 48½ 30 3⁴½ 28³ 6½ꝗ 3½ niscenzen an den Holzbau. Die Höhe des Architravs differirt zwischen 45 und 52 Partes, seine Ausladungzwischen 28 und 33 Har⸗- tes; er ist häufig, jedoch nicht immer, in zwei bis drei Platten von ziemlich gleicher Höhe getheilt, die wenig über einander ausladen u. oben mit einem Echinus, Kyma od. dergl., glatt oder besetzt, und einemplättchen geschlossen sind, an welches sich die Abwässerung des Frie⸗ Fig. 2199. Jonische Wandabschlüsse. ses anschließt; dieser ist zwischen 37 u. 49 Partes hoch, seine Ausladung beträgt 28—30 Partes. Die Höhe des Kranzgesimses siothek Heidelberg 32—48 Partes, davon nimmt die Hängeplatte Partes in Anspruch, die Sima 11—15 Partes, vertheilt sich auf Unter⸗ und Zwischenglieder, etc. Die Ausladung der Hängeplatte differirt u. 70 Partes; die ganze Ausladung der Sima u. 80 Partes. Zwischen diesen Grenzen zusammenpassende richtige Verhältnisse zu wählen muß dem —— entwerfenden Künstler N ö Art. griechischer Bau-N Den die Säulen oder die WHIgggcgr9adddll. den nicht direkt auf den