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BaukunstBau-Lexikon 1881

Koreit, m. (Miner.), s. Agalmatolith, Bildstein. Rorinthisch, adj. (Forml.), franz. corinthien, engl. corinthian, lat. corinthius. I. Korinthische Banweise bei den Griechen. Ueber die kunsthistorische Stellung der ken Bauweise s. d. Art. Baustil und Griechisch; über die statische Begründung der Kapitälform s. Kapitäl. Die k.e Säulenordnung scheint ziemlich gleichzeitig mit der ionischen = aufgekommen, aber erst 519. 2859 etwas später als jene zur Anerkennung u. mit der daraus folgenden häufigeren Handhabung zur Ausbildung gediehen zu sein. Wenn schon in Anwendung der früheren Ordnungen die griechischen Architekten durchaus nicht nach einem Schema sich richteten, sondern unter Beibehaltung [des Typus sich manche Variationen gestatteten, geschah dies noch viel mehr bei Anwendung der k.en Ordnung, die man für eine bloße weitere, künstlerisch freiere Fortbildung der ionischen zu halten verführt wird, die „von ihr noch bei weitem san Leichtigkeit, Reichtthum u. Zierlichkeitüberunter Erzählung einer Sage den Kallimachos als Erfinder der ken Ordnung; vgl. d. Art. Akanthus u. Fig. 2359. Aber einestheils zeigen schon sägyptische Kapitäle ähn⸗ „liche Blattüberschläge, 1anderntheils findet sich „die k.e Ordnung an Gebäuden, die vor Kalli hecheshh machos gebaut sind; nach zuerst die ke Ordnung am ffffffniff Tempel der Pallas zu Tegea verwendet haben e(398 v. Chr.). An diesem nältesten Beispiel findet sich allerdings nicht Akanthus, sondern anderes Laubwerk an den Kapi⸗ .tälen angebracht. So könnte man vielleicht dem Kallimachos die Einfüh⸗ des Qyffkrates. rung des Akanthusblattes in das k.e Kapitäl zuschreiben. Die Dimensionen uschwanken in der aus nachstehender Tabelle zu ersehenden atsbibliothek Heidelberg A. Gebälk im ganzen B. Säule. 3) Die Basis Weise, dabei ist der Halbmesser des Säulenschafts in 30 Partes getheilt und die Mäße sind in solchen Partes ausgedrückt. Sämtliche Zierglieder, besonders aber die Unterglieder zwischen Hängeplatte und Fries, sind ungemein verschieden; bald Zahnschnitte, bald Modillons, Konsolen etc. mit verschiedenen, theils um diese Haupttheile gekröpften, theils durchlaufenden Gliederchen, Karnieschen, Bläitterstäben etc. Vor allem die Auszierung mit Blättern und Ranken, besonders die Blätterbesetzung des Kapitäls, variirt so sehr, daß Zahlenangaben geradezu Unsinn sein würden; jeder Architekt ordnete dieselben so an, wie er es für am schönsten hielt. Dies wird am augenscheinlichsten klar durch Vergleichung der Kapitäle von zweien der bedeutendsten ken Denkmale. Fig. 2360 zeigt das zum Andenken an einen im Jahr 334 v. Chr. in den olympischen Spielen errungenen Sieg errichtete choragische Monument des Kysitrates zu Athen, Fig. 2361 aber zeigt die Säulenordnung dieses kleinen, sehr zierlichen Monuments (der Unterbau ist etwa 3, ra. breit und 4 m. hoch); damit nun vergleiche man (Fig. 2050) das Kapitäl vom Thurm der Winde zu Athen und das Pilasterkapitäl (Fig. 2051) vom Peribolos des Demetertempels zu Eleusis. Aus dieser Vergleichung und obiger Tabelle geht die reiche Mauchfaltigkeit der klen Säulengestaltung hervor; am meisten aber und am glänzendsten zeigt sich dieselbe in der ornamentalen Besetzung der Glieder mit Blattwerk, in der figuralen Ausschmückung der Friese u. in der Bemalung. Denn auch die ken Bauten waren farbig geschmückt, nach ähnlichen Gesetzen, wie die dorischen (s. d.). Doch scheint namentlich Braun bei tiefliegenden Flächen und Gold bei hochliegenden Kanten, schwachen Gliedern etc. sehr vorgeherrscht zu haben. Die Pilaster und Anten hatten übrigens nur selten blätterbesetzte Kapitäle, häufiger waren diefelben, wie in Fig. 2362, ähnlich den ionischen angeordnet, nur höher, reicher und manchfaltiger verziert und mit geringerem Verständnis für die Entstehung der Form der einzelnen Glieder aus den Funktionen. Thüren, Fenster, Antenfüße, Wandabschließungen re. mögen wohl ganz ähnlich wie bei der ionischen Bauweise gewesen sein, erhalten ist davon nichts Vollständiges; die theilweife erhaltenen Thüren und Fenster gleichen den ionischen, haben auch manchmal eine Giebelverdachung; der obere Karnies des Gebälks, die Sima, ist häufig ganz durchbrochen als Reihe von Palmetten; die ganzen Säulenreihen stehen häufig auf einem Säulenstuhl, statt der bei dorischen Tempeln vorkommenden Stufenreihen. Vor dem Eingang befindet sich dann eine Freitreppe, eingefaßt durch zwei vorgekröpfte Stücken des Säulenstuhls, welche zugleich als Postamente für Statuen etc. dienten. II. Korinthische Sänlenordnung bei den Römern. Im Anfang wurde die griechisch-korinthische Ordnung von den Römern fast unverändert angewendet, z. B. am Tempel der Besta in Tivoli. Aber schon an der Vorhalle des Pantheon, 26 v. Chr., sinden wir sie bedeutend reicher, dabei weniger graziös angewendet. Wir geben als Beispiel in Fig. 2363 die Säulenordnung vom Tempel des Jupiter Stator in Rom, der gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. von Domitian umgebaut wurde. Spätere, noch bedeutendere Umbildungen erzeugten die römische Säulenordnung; s. d. Art. Römisch. Einer Säule, welche noch zu den k.en zu rechnen sein dürfte, scheint der in Fig. 2364 abgebildete Säulenfuß aus der Zeit Konstantins anzugehören. III. Rorinthische Grönung der neueren Meister. Da mehr Beispiele der ken Ordnung als anderer sich erhalten hatten, dieselbe auch den modernen Begriffen besser entsprach, wurde sie von den Meistern der Renaissance bei weitem besser verstanden. Nur Scamozzi ist unglücklich hierin gewesen. Vignole's k.e Ordnung geben wir in Fig. 2365 u. 2366. Näheres s. in d. Art. Renaissance. Rork, m., srz. Iiége, m., engl. Cork. a) gewöhnlicher, stammt von der Korkeiche (s. d.); d)amurensischer, s. d. Art. Korkbaum; e) brasilianischer, wird aus der Rinde des gewonnen. Im Bauwesen dient der K. wegen seiner Ela-Miothe Heidelberg 2363. Vom Tempel d Fig 2364. Aus lit / mothes 18835d3/022 Rorkbaum, m., amurensischer (Fhellodendron amurense Rupr., Fam. Xanthoxyleae), ein Baum des Amurgebietes, dessen poröse Außenborke als Kork benutzt wird.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 211Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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