FeedJonisches Stylobat. Tempelstufen
BaukunstBau-Lexikon 1881

Jonisches Stylobat. Tempelstufen, sondern Stylobat. Ein Beispiel eines solchen Stylobats vom des Erechtheion s. Fig. 2202. Alle diese Ab-Fig. 2204. Römisch-ionisches Kapitäl. der ien Ordnung von der dorischen, bes. aber des Triglyphenfrieses durch einen glatt fortmit Ornamenten oder Bildwerken verzierten Illustr. Bau-Lexikon. 4. Aufl. III. Fries gewährte der Freiheit des Entwerfens größeren Spielraum, und damit wurden nicht nur die Grundrißgestaltungen, sondern auch die Dispositionen und Verhältnisse der Mauern, Thüren und Fenster manchfaltiger und namentlich leichter und schlanker. Ein attisch-ionisches Fenster vom Erechtheion zeigt Fig. 2203. Die rein ionischen Fenster mögen wohl ähnlich gewesen sein, doch ist keins derselben erhalten. Die ionische Thür ähnelt, abgesehen von diesen Verhältnissen, der dorischen, ist wie diese oben schmäler als unten, hat aber eine architravirte Chambranle u.einen freilich meist sehr niedrigen Fries zwischen Sturz u. Verdachung, welche letztere oft von Konsolen getragen wird, die entweder neben der Chambranle aus der Wand vorkragen oder auf schmalen, neben der Chambranle aufsteigenden Lisenen ruhen. II. Römisch-ionische Säulenordnung. Bei den Römern wurde die ite Säulenordnung, als zu schlicht, im ganzen wenig angewendet; wo sie aber auftritt, ist sie meist jener keuschen Grazie entkleidet, die sie an griechischen Werken auszeichnet. Namentl. wurde das Obergesims des Gebälkes sehr hoch gemacht, z. B. am Tempel der Fortunga virilis um drei Partes höher, als Architrav u. Fries zusammengenom⸗ men, überall aber Fig. 2203. Jonisches Fenster. bedeutend höher als der Fries. Auch die Ausladungen der Glieder sowie die Profile der letzteren wurden plumper und das ganze Profil dadurch ausdrucksloser. Die Säulenhöhe inel. Fuß u. Kapitäl schwankt zwischen 8½ und 9 Durchmesser, die Höhe des Fußes zwischen 0,3. und 0,3 Durchmesser, die des Kapitäls bis zur Unterkante der Schnecke zwischen 0,3 und 0,8 Durchmesser, die Höhe des Architravs zwischen 0,56 Und 0,½ Durchmesser, die des Frieses zwischen 0,6 und 0,42 und die des Kranzgesimses zwischen , und 113 Durchmesser. Die Borden des Architravs stehen ziemlich grell hinter einander zurück, der Fries ist oft ausgebaucht, die Sima nicht mehr als Dachrinne ausgehöhlt rce. Wir geben hier nur in Fig. 2204 ein Eckkapitäl vom Tempel der Fortuna virilis in Rom und in Fig. 2205 den i. en Säulenfuß nach Vitruv. Sehr häufig brachten übrigens die Römer vier Eckvoluten, wie in Fig. 2204 sich eine befindet, an iten Kapitälen an, so die eigentliche Grundform in sinnlosester Weise verunstaltend. tsbibliothek Heidelberg DFC III. Zonische Säulen der Renaissance. Hatten schon die Römer die ien Säulen arg gemißhandelt, so geschah dies von den neueren Meistern in noch ärgerem Maß. Scamozzi nahm sich das schlechteste Beispiel in Rom, den Tempel der Concordia, zum Muster: er und Palladio führten die kleinen Kragsteine (Modillons) in das Gebälk ein; aus den Augen der Schnecken hingen Blumengewinde herab; auch Vignola, obgleich seine ire Ordnung besser ist als die der Ebengenannten, ahnte nichts vom eigentlichen Wesen derselben und nahm sich die Ordnung am Theater des Marcellus zum Muster. Auch die Polsterrollen der Voluten wurden in der schwülstigsten Weise umgestaltet und die ganzen Säulen zwischen Bogen auf Postamente, wie auf Stelzen, gesetzt. Erst die Meister unsers Jahrhunderts haben die griechisch-ionischen Säulen wieder zu Ehren gebracht. IV. Zonische Binmen nennt man aus runden Zügen und Blättern bestehende Verzierungen an Gesimsen. V. Zonische Bogenstellung, s. d. Art. römischer Stil.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 105Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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