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AllerleiBau-Lexikon 1881

Karnies, m. Welle, k., frz. Cymaise, onde, f. engl. Cyma, Kymation, lat. cima, cyma, cymatium, unda, salsidonia, architektonisches Glied, aus einem konvexen und einem konkaven Theil zusammengesetzt. 1. Stehender odersteigender Karnies, frz. eimaise droite, gueule droite, doueine, engl. ressaunt, sima, reversed ogee, lat. Iysis, Cyma recta, ital. gola diritta, Rinnleiste, Glied EH. 3. S. 479, sowie Fig. 1940 und 1946; erscheint als deckendes und säumendes Glied. Wird aus zwei Viertelkreisen, Fig. 2273, oder aus zwei Bogenstücken von 60, Fig. 2274, zufammengestellt. Bisweilen bildet der K. mit dem obern Plättchen eine Unterschneidung, Fig. 2275, welche man aber auch nach Fig. 2276 erreichen kann. Der K. heißt dann unterschnittener K. Ueberschlagkarnies, frz. éerené, engl. quirked. 2. Verkehrt steigender Karnies (Kehlstoß, Kehlleiste, srz. talon, cimaise renversée, lesbienne, engl. Cνma reversa, ital. gola rovescia), s. im Art. Glied E. 4. b. u. Fig. 1941 u. 1942, sowie hier Fig. 2277 u. 2278; erscheint als umfassendes Glied, doch auch als Uebergang vom Tragenden zum Getragenen. 3. Fallender Karni es (Sturzrinne), bei Fußgesimsen als tragendes Glied, s. Fig. 1943 u. 2279. 4. Verkehrtfallender Karnies (Glockenleiste), ein tragendes, doch mehr aufwärts strebendes Glied, s. Glied E. d. u. Fig. 1944 sowie Fig. 2280. 5. Adler⸗ oder Rabenschnabel, Abart der Glockenleiste, s. Fig. 2281 u. 2282. Vergl. d. Art. Kymation. 6. Capota, s. d. betr. Art. u. Fig. 1063 u. 1064. Earniesblei u. Karnieslöthbret, u., s. Fensterblei

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 153Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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