FeedKitt
TechnikBau-Lexikon 1881

Kitt, m., frz. Iut, mastic, m., engl. putty. Allgemeines. Alle diejenigen Körper oder Gemische von Körpern, welche in der Technik und Baukunst dazu dienen, ähnliche oder von einander verschiedene Körpertheile mit einander fest zu verkleben, werden Kie genannt. So ist 3. B. der Mörtel der gebräuchlichste K. in der Bautechnik. Die Zahl der Vorschriften zu Anfertigung von K.en zu den verschiedenartigsten Zwecken ist sehr groß. A. Kittmaterialien. Je nach der Art der zu kittenden Gegenstände, deren Gebrauch, und je nach den Einflüssen, welchen die zu verkittenden Stoffe unterliegen, muß natürlich auch die Wahl der zu einem K. verwendbaren Materien getroffen werden. Im allgemeinen lassen sich nach diesen Materialien alle Ke in folgende vier Hauptgruppen vereinigen: 1. Leimkitte enthalten als wesentliches Bindemittel Gummi, Leim oder Stärkekleister. Diese letzteren Substanzen können für gewisse Zwecke schon für sich als Kie dienen. In die Klasse der Leimkitte gehören aber auch einige Gemische, deren man sich zum Verkitten von Glas und Porzellan (s. d. Vorschrift weiter unten) bedient. — 2, Kaltkitte haben als Hauptbindemittel Kalk. Der vorzüglichste Kalktitt ist der gewöhnliche Mörtel. Außerdem rechnet man zu den Kalkkitten Gemenge von Aetzkalk (gebranntem Kalh) mit Käse, Eiweiß oder Leim. Die Kalkkitte haben die Eigenschaft, rasch zu erhärten, und lassen sich daher nicht aufbewahren. — 3. Oelkitte widerstehen der Einwirkung des Wassers sehr vollkommen; zu den bekanntesten Oelkitten gehört der gewöhnliche Glaserkitt, aus Leinölfirniß u. geschlämmter Kreide bereitet. Leinöl kann schon an und für sich als K. verwendet werden, ist aber, weil es oft Monate zum Erhärten braucht, nicht gut verwendbar. Man versetzt es mit Bleiweiß, Bleiglätte, Mennige oder Zinkweiß re. Löst man Alaunfeife in Leinölfirniß, so erhält man einen wasserdichten Steinkitt (s unten). — 4. Harzkitte liefern vollständig wasserdichte, fehr schnell erhärtende Bindemittel. Sie haben aber den Mangel, daß sie keine nur einigermaßen hohe Temperatur vertragen und daß sie, wenn sie der Luft und Einwirkung der Sonne ausgesetzt sind, allmählich spröde werden und dann schon bei geringem Druck als Pulver sich ablösen. Wendet man Mischungen von Oel⸗ und Harzkitten an, so erhält man sehr gute, dauerhafte K.e. Neben Schellack, Mastix, Kolophonium, weißem Harz etc. rechnet man auch Pech und die Asphalte zu den Harzkitten. Den spröden Harzen setzt man stets entweder Wachs, Talg, Terpentin oder Leinölfirniß mit mehr oder weniger Sand, Gips, zerfallenem Kalk, Ziegelmehl etc. zu. B. Vorschriften zu Bereitung von Kitten, geordnet nach dem Zweck, speziell nach den zu verkittenden Stoffen. I. verkittung von Glas mit anderen Körpern. 1. Glas an Holz zu kitten, geschieht mit Glaserkitt; s. d. A. Fensterkitt. — 2. Um Metall an Glas zu befestigen: 4 Th. gelbes „Harz, 1 Th. Wachs, 1 Th. geschlämmte Kreide zusamment geschmolzen und dünn aufgetragen. — 3. K., um Glas mit Messing zu verbinden. 5 Pfd. Harz u. 1 Pfd. Wachs werden zusammengeschmolzen, dazu 1 Pfd. Ocher und 2 Eßlöffel Gips gut beigemischt II. Verkittung von Glas mit Glas, oder auch Porzellan, „ Steingut, gebrauntem Chon n. s. w. mit ihresgleichen. 4. K. für Porzellan und Glas, Diamantkitt genannt. Hausenblase oder Gelatine wird in Wasser eingeweicht, bis sie weich geworden und bedeutend aufgeschwollen ist, worauf man sie in Branntwein löst u. etwas Gumemi ammoniacum und Mastix, in Alkohol gelöst, hinzufügt. Bevor man diesen K. benutzt, ist es vortheilhaft, ihn etwas zu erwärmen. — 5. Schellack, in Weingeist aufgelöst, giebteinen dauerhaften K., besonders für Steingut und ähnliche poröse Gegenstände. — 6. Eine Lösung von Schellack in Boraxlösung. — 7. Schellack wird bis zum Schmelzen erhitzt und auf die ebenfalls erhitzte Bruchstäche gestrichen. — 8. Die Bruchflächen werden mit einer Lösung von Mastix in Schwefeläther bestrichen, dann mit feinem Boraxpulver bestreut u. sehr schnell aneinander gedrückt. III. Verkittung von Stein mit Holz. 9. Gewöhnlicher Oelkitt zur Verkittung von Stein und Holz oder Holz u. Holz. 5—5¼ Pfd. an der Luft zerfallener lebendiger Kalk, 2½ Pfd. feines Ziegelmehl, ,/, Pfd. Glasmehl mit 2 Pfd. Leinöl gemengt, durchgearbeitet und geschlagen. — 10. K. für Sandstein und Holz oder Stein u. Stein. 8 Th. feingepulverte Silberglätte oder Mennige, 4 Thl. Ziegel⸗ od. Chamottemehl arbeitet man mit Leinölfirniß gut durcheinander. Die Fugen werden vorher 2—3mal mit heißem Leinölfirniß getränkt. IV. Verkittung von Stein mit Stein, besonders für Sandstein. 11. Cement (s. d.). — 12. Bolus u. zerstoßenes Glas wird mit Firniß und Thran durch einander gearbeitet. Bei abgebrochenen Ecken, Stücken etc. mischt man Pulver von der zu kittenden Steingattung mit ungelöschtem Kalk. — 13. Für Bildhauer 6 g. Mastix und Bleiweiß werden zu feinem Pulver gestoßen und mit 4. Wachs über dem Feuer geschmolzen. — 14. Sogenannter Wasserkitt: ungelöschter Kalk fein gesiebt, frischer Auark u. Rindsblut. — 15. Ungelöschter Kalk, Quark, feingeriebener Sandstein u. Bleiweiß, wird in einer halben Stunde fest. — 16. 2½ Pfd. Ziegelmehl, ¾ Pfd. Gips, 1 Pfd. Eisenspäne, 1 Pfd. Vitriol, 6 Pfd. Galläpfel, 1 Pfd. Bolus, 1 Pfd. Potasche, Rindsblut, Eiweiß und Weinessig nach Gutdünken u. eine Hand voll Salz zu weichem Teig geknetet, bindet auch Eisen an Stein. — 17. Sogenannter ordinärer Steinkitt. 2 Th. Gips werden mit 1 Th. Eisenfeilspäne vermengt, dieses mit Essig angemacht und sogleich verwendet. — 18. Sogenannter Oelsteinkitt besteht aus Bleiweiß, Ziegelmehl u. Firniß, od. auch aus Kalk, Bolus u. Firniß. — 19. 2 Th. Firniß, 4 Th. Bleiweiß, 3 Th. Mennige, 3 Th. Silberglätte, 3 Th. Bolus und 1 Th. Glas. — 20. Sogenannter Feuerkitt besteht aus Schwefel, Mastix u. kleingestoßenem Sandstein und wird sehr heiß auf den ebenfalls erhitzten Sandstein aufgetragen. — 21. Schellack, in Spiritus aufgelöst, haftet nur auf ganz vollständig getrocknetem Stein. — 22.4 Th. gelbes Harz, 1 Th. Wachs zusammengeschmolzen, mit 1 Th. geschlämmtem Ziegelmehl oder Kreide vermengt und dann auf den Stein gestrichen, auch wenn man Metall darauf befestigen will. — 23. 4 Th. frisch gebrannter Kalk, 1 Th. reiner Quarzsand, 6 Th. Quark; die zu verkittenden Flächen werden vorher mit Wasser befeuchtet. — 24. 2 Th. Pech, 1 Th. Kolophonium, 1 Th. Silberglätte und / Th. Ziegelmehl, bei gelindem Feuer zusammengerührt. — 25. K. für äußere Steinfugen. Ziegelmehl u. Bleiglätte mit gleichen Theilen Leinöl eingerührt; die Fugen sind vorher mit Oel zu bestreichen. — 26. Fugenkitt für Wassermauern. 2 Th. frisch gebrannter Kalk, 1 Th. Ziegelmehl, ½/ Th. Eisenfeilspäne, /% Th. Manganoxydul mit Leinöl eingerührt; die Fugen vorher mit Oel zu bestreichen. — 27. Fugenkitt für Wassermauern. 48 Th. Kolophonium, 6 Th. Wachs, 2 Th. Schellack, 2 Th. Mastix geschmolzen; 6 Th. Terpentin, 3 Th. Schwefel, 16 Th. Ziegelmehl nach und nach zugesetzt, die Fugen erhitzt und den Kitt heiß eingegossen. — 28. Zur Kittung von Steinen unter Wasser. 4 Th. Theer u. 9 Th. Ziegelmehl. — 29. K., um steinerne Treppenstufen u. dergl. zu repariren. 20 Th. Flußsand, 2 Th. Bleiglätte u. Th. gebrannter Kalk mit Leinöl zu Brei eingerührt. — 30. Verkittung von Brunnenzargen. 10 g. pulverisirte Silberglätte, 5 g. pulverisirten Schmiedehammerschlag, 5 g. Eisenfeilspäne. Ferner nehme man 180 g. pulverisirtes Ziegelmehl, 60 g. span. Kreide u. 60 g. Bleiweiß; dies rühre man in so viel Leinöl, daß ein steifer Brei entsteht. Sodann schneide man 5 g. Rehhäre oder statt deren 5 g. gehechelten Flachs od. feinen Hanf in Stücke von 2—3em. Länge und mische sie in den Kittbrei, indem man letzteren durch einander stößt. Alsdann wird noch von dem benannten Gemenge von Ziegelmehl, spanischer Kreideu. Bleiweiß so piel zugesetzt, bis der K. so steif ist, daß man 5—20 g. auf die flache Hand nehmen kann, ohne daß er aus einander fließt. Die benannten Stoffe werden wenigstens 15 Minuten durch einander gearbeitet, bis der K. gut ist. Die fehlerhafte Brunnenzarge wird sauber ausgewaschen; die Fugen, durch welche Wasser hindurchdringt, werden rein ausgeputzt und ausgetrocknet, so daß keine Nässe in ihnen ist. Hierauf streicht man die ausgetrockneten Fugen mit Leinölfirniß an und sucht von dem beschriebenen K. so viel wie nur möglich hineinzubringen. Wo die Fugen zu groß sind, mache man Dochte von Hanf, umgebe dieselben von außen und innen mit dem benannten K. und presse sie in die Fugen. — 31. K., um Sand⸗ und andere poröse Steine wasserdicht zu machen. Man läßt die Steine 48 Stunden in einer Temperatur von 160 R. trocknen, dann taucht man sie in bis auf 160 R. erhitzten Steinkohlentheer. Bei Ziegel- und Bausteinen genügt ein 3—4 stündiges Eintauchen in bis auf 80° KR. erhitzten Steinkohlentheer. — 32. K. für steinerne Wasserröhren. 4 Th. an der Luft zerfallener Kalk, 20 Th. Hammerschlag, 13 Th. Thonscherben, 13 Th. Backsteine, fein gestoßen und 1—2 Stunden unter Zugeben von Leinölfirniß durch Stampfen vereinigt, bis man die Masse mit den Fingern kneten kann. Die zu verkittenden Röhren werden erwärmt u. vorher zweimal mit ganz heißem Leinölfirniß gestrichen. Dann wird der K. kalt aufgetragen und fest eingedrückt. Obgleich er 6 bis 8 Wochen zu seiner vollständigen Erhärtung braucht, so können doch die Röhren sofort mit Erde beschüttet werden. — 33. K. für steinerne u. thönerne Wasserröhren. Man nimmt gleiche Gewichtstheile von gebranntem Kalk, Romancement, Töpferthon und Ziegelthon (Lehm). Diese vorher getrockneten Materialien werden sorgfältig gemahlen u. gesiebt, gemengt, endlich mit Leinölfirniß (ungefähr Pfd. auf 6 Pfd. K.) angeknetet. Zu Verbindung von wWasserleitungsröhren ist eine größere Menge Romancement anzuwenden. V. Kitt für Stein an Stein bei großer härte des Steins. 34. Bildhauerkitt (s. d.). — 35. K. für Schwerspatbassins, f. d. Art. Bassin. — 36. Zum Zusammenfügen von Marmorplatten u. Ornamenten dient eine Mischung von Eiweiß und geschlämmter Kreide, doch widersteht dieser K. der Feuchtigkeit nicht; bessor eignet sich dazu — 37. eine Mischung aus Käse (Quark), mit Wasser gekocht, womit man gebrannten Kalk zu einem plastischen Teig anmacht; auch Scherben von Steingut können hiermit gekittet werden. VI. Berkittung von Stein und Eisen. 38. s. oben unter 16. — 39. 1 Th. pulverisirten hydraulischen Kalk, 1½ Th. Ziegel-oder Chamottemehl, ½ Th. Eisenfeilspäne. Einfacher u. sehr sicher: 3 Th. guter Cement und 1 Th. Eisenfeilspäne. — 40. 1 Th. ungelöschten, pulverisirten Kalk, 2Th. Traß oder Puzzolane, ½ Th. Eisenfeilspäne. Man rührt diese Substanzen mit Wasser ein. Die Löcher in den Steinen müssen unten weiter als oben gemacht werden.— 41. Schwefelvergießung (s. d.). — 42. Vergießung der Löcher mit Blei. — 43. K. aus Gips und Eisenfeilspänen, s. d. betr Art. VII. Perkittung von Eisen auf Eisen, besonders zu Insammenfügung eiserner Röhren und Platten. 44. 99 Th. Eisenfeilspäne mit 1 Th. Salmiak zusammengerieben und mit so viel Wasser angefeuchtet, als nöthig, um Brei zu bilden. Der K. schwillt durch Oxydation des Eisens bedeutend auf Und wird fest. — 45. 4 Th. Eisenfeile, 2 Th. Töpferthon thek Heidelberg und 1 Th. gepulverte Scherben werden mit einer Kochsalzlösung zu einem Brei angemacht. — 46. 16 Th. Harz,1 Th. Wachs, beides zusammengeschmolzen u dann 16 Th. durch Erhitzen getrocknete geschlämmte Kreide hinzugerührt. — 47. 250 g. altes Leinöl mit 280 g. Kolophonium gesotten und dann 5—6 Pfd. von folgendem Gemenge zugesetzt: 24 Th. hydraulischer Kalk, 8 Th. Bleiweiß, 2 Thl. Silberglätte, 1 Th. Kolophonium. — 48. 2 Th. schwarzes Pech mit 1 Th. Ziegelmehl und etwas Schwefel. — 49. 1 Th. Bleiweiß, 1 Th. Braunstein, 1 Th. weißer Pfeifenthon mit Leinölfirniß giebt einen K., welcher der Nässe und Wärme, nur nicht dem Feuer widersteht. — 50. 4 Th. Eisenfeilspäne, 2 Th. Thon, 1 Th. Scherbenpulver von hessischen Schmelztiegeln oder Chamottemasse, mit gesättigter Kochsalzlösung angemacht, widersteht der Glühhitze. — 51. Rostkitt. 2 Th. Salmiak, 2 Th. Schwefelblumen mit 60 Th. Eisenfeilspänen und Wasser, etwas Essig⸗ oder Schwefelsäure angemacht; die Fugen müssen vorher etwas gefeilt werden. — 52. f. d. Art. Eisenkitt. VIII. Fenerfeste berkittung von Eisen auf Eisen, namentlich für stark zu heizende Oefeu. 58. Gemenge aus Lehm, Sand, grober Eisenfeile, Salz, Kuhhären und Blut; auf genaue Verhältnisse kommt es nicht an, wohl aber auf langsames Austrocknen. — 54. Lehm, mit Wasser und Blut angefeuchtet und mit ungelöschtem Kalk gemischt, so daß ein Teig entsteht, giebt ebenfalls einen dauerhaften Ofenkitt, wenn die Fugen des heißen Ofens damit bestrichen werden. IX. Verkittung diverser Metalle, theils au Metalle, theils an andere Körper. 55. Metallkitt. Derselbe enthält in 100 Th.· Kupfer: 31,056, Eisen: 9,2„ Quecksilber: 68,536. Dieser K., bei gewöhnlicher Temperatur ziemlich hart und nicht sehr spröde, wird in der Wärme weich und bindet, auf erwärmte Metallflächen aufgetragen, sehr gut. — 56. Um Metallplatten in hölzerne Kästen einzukitten, sowie auch zur Konstruktion galvanischer Batterien, werden 6 Pfd. Harz mit ½ Pfd. Leinöl zusammengeschmolzen und dieser Mischung 1 Pfd. Ocher u. ½ Pfd. Gips, beide vorher kalzinirt, beigemischt. — 57. K. zum Aufeinanderkitten dünner Blechplättchen. Geklopfte vd. kleingeschnittene Hausenblase wird mit wenig Wasser bei gelinder Wärme gelöst, und dann Salpetersäure (sogen. doppeltes Scheidewasser) zugesetzt. — Die Menge der letzteren muß man durch Versuche finden. Zu wenig vermindert die Haltbarkeit, zu viel erschwert das Trocknen. — 58. K., um Leder auf Metall zu befestigen. Das Metall bestreicht man mit einer heißen Leimlösung, das Leder tränkt man mit warmem Galläpfelaufguß, dann legt man sie auf einander, preßt sie zusammen und läßt sie trocknen. X. Verkittung von Holz an Holz. 59. Leim (s. d.). — 60. K. für gewöhnlichen Tafelfußboden. Frischer Quark mit hölzernem Stößer durch einander gearbeitet und nach und nach etwas Weißkalk hinzugesetzt, bis die Masse flüssig wird; f. übr. Käsekitt, Quark, Matz re. — 61. K. für getäfelte Zimmerfußböden. 130 g. Leim werden mit ,/ Liter Wasser gekocht u. 70 g. Leinölfirniß zugesetzt. Das Holz muß vorher vollständig ausgetrocknet u. erwärmt worden sein. — 62. K. für aufgerissenes Holz. 4 Th. Theer mit 4½ Th. Knochen⸗, Ziegel-od. Chamottemehl. — 63. Desgleichen 16 Th. gebrannter Gips, 16 Th. Kolophonium u. 1 Th. Wachs. — 64. K. von der Farbe des Mahagoniholzes. 20 g. Bienenwachs, 5 g. Harz zusammengeschmolzen u. 5 g. indianisches Roth dazugosetzt. XI Kitt für Mauerfugen, Putz u. [. w. 65. s. d. Art. harziger Steinkitt. — 66. Leimkilt zum Ausbessern lückiger Wände,fürHaus⸗ u.Stubenmaler.Zerquetschtes spanisches Weiß mischt man mit Leim zu einem zähen Teig. Derselbe muß aber gleich nach der Bereitung benutzt werden. + 67. Zu demselben Zweck dient ein K. aus gleichen Theilen Kreide oder spanischem Weiß und Gips. — 68. Oelkitt für Risse in mit Oelfarbe gestrichenen Wänden. Man pulverisirt trockenes spanisches Weiß, bildet daraus einen ab-SIEIIoTHEE gestumpften, oben eingedrückten Kegel u. gießt Leinöl in die Vertiefung. Man setzt nach u. nach mehr Leinöl dazu, bis der ganze Kegel in Teig verwandelt ist. Dann knetet man ihn küchtig durch einander und setzt noch so viel spanisches Weiß hinzu, als nur immer möglich. Hierauf schneidet man die Masse in Stücke und schlügt dieselben mit einem Schlägel. Dieser K. kann auch als Glaserkitt dienen. — 69. K.zum Verstreichen der Fugen in Mauerwerk. 5¾¼ Pfd. an der Luft gelöschter Kalk, 2½ Pfd. feingesiebtes Ziegelmehl, / Pfd. Glaspulver, 2 Pfd. Leinöl. — 70. Anderer Fugenkitt. 1 Pfd. ungelöschter Kalk, 5⅛ Pfd. Ziegel⸗ od. Chamottemehl, 6 Pfd. Silberglätte, 1 Pfd. Hammerschlag, 1½ Pfd. guter Firniß. — 71. Fugenkitt für Bauwerke, die beständig unter Wasser stehen: 5 Pfd. an der Luft gelöschter Kalk, 2½ Pfd. feines Ziegelmehl, / Pfd. Hammerschlag, / Pfd. pulverisirtes Glas und 2 Pfd. Leinöl. — 72. Weißangs Verbindungskitt, empfohlen zu Trockenlegung feuchter, salpeterhaltiger Wände, zu Schutzanstrich von Holz⸗ und Eisenwerk aller Art gegen Fäulnis und Schwammbildung, Rostfraß etc. zu beziehen für 1 M. 80 Pf. per kg. von Emil Lichtenauer in Grätzingen, Baden. Die Geheimmittel anlangend, s. das in den Art. Feuchtigkeit, Hausschwamm, Isolirung etc. Gesagte. Weitere Vorschriften s. in W. Leonhardts „Kitt⸗, Leim⸗ und Mörtelfabrikation“ (Leipzig 1863, Otto Spamer). „Kitterde, .(Min.), s. v. w. Puzzolanerde u. Traß (s.d.).

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 185Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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