Blattbinder (frz. peignier, engl. reed-maker)/ der Verfertiger des Weberblatts, Riedblatts, eines kammähnlichen Werkzeugs (daher auch Weberkamm, Riedkamm genannt), welches in der Weberei (l. d.) dazu dient, einesteils die Kettenfäden in ihrer ordnungsmäßigen Lage zu erhalten, andernteils jeden Einschlagfaden je nach der erforderlichen Dichtheit des Gewebes mehr oder minder stark gegen den vorhergehenden hinzuschieben. Das Blatt wird durch die sogenannten Riede gebildet — dünne, glatte Stäbchen aus gespaltenem Rohr, häufiger aus geplättetem Stahl⸗ oder Messingdraht —, die in einer der Breite des Gewebes entsprechenden Anzahl in einem Holzrahmen Detesnen sind und durch deren Zwischenräume die einzelnen Kettenfäden hindurchgehen. Um bei der Herstellun des Blatts oder Kamms (Blattbinden, Kammseßen einen genau gleichmäßigen Abstand und eine vollkommen parallele Lage der Riede zu erreichen, werden die letztern, ehe sie in die Nuten der Holzleisten eingeschoben werden, mit ihren Enden zwischen zwei Stäbe gelegt, mittels einer Schnur oder eines Drahts derart schraubenförmig umwickelt, daß zwischen je zwei Windungen ein Ried zu liegen kommt. In neuerer Zeit werden hierzu vielfach sehr komplizierte Maschinen (Blattbinde⸗ oder Kammsetzmaschinen) benutzt, die mit außerordentlicher aer solche und Schnelligkeit arbeiten, sodaß von einer solchen Maschine in jedes von zwei Blättern, die sie gleichzeitig erzeugt, 300 Riede in der Minute eingesetzt werden.