FeedKohel
VerkehrBau-Lexikon 1881

Kohel, m., 1. oberdeutscher Provinzialismus für Erhöhung sowie für bedecktes Behältnis. — 2.f. v. w. Kobalt. Robelschwärze, k., oder Kobelmuim, m., Rußkobalt, Schlackenkobalt, frz. cobalt terreux noir, Obalt oEe aoir, engl. eartby cobalt, black cobalt-ochre, wad, f. v. w. Erdkobalt (s. d.). Roben, m., niedersächs.Aave, Kaven, lausitzisch Koe, mit SIEIIoTHEE Kaue, Kabüse, Kobel verwandt, vom lat. Cava, cova, euva und griech. 40506 abzuleiten, hohles Behältnis, bes. aber bedeckter Futterkasten für Schweine, Kälber etc., daher auch auf Schweinestall etc. übertragen; s. d. Art. Stall. Kochapparat, m. s. d. Art. Küchen. Dampfkochapparat. Kücher m. des Ruders (Schiffb.), das Gehäuse, in welchem sich der Schaft des Ruders innerhalb des Schiffes bewegt. Kothermühle, k. (Wasserb.), auch Köchermühle, Maschine zum Austrocknen der Sümpfe; eine Abart der Wasserschnecke. Kochflott, m., franz. étuve f. d bordage, engl. stove (Schiffb.), Plankentrog, um darin die Planken zu Bekleidung des Schiffes durch Kochen oder Dämpfen biegsam zu machen. Bochherd, m., s. v. w. Küchenherd, s. d. Art. Herd, Heizung und Küche. Kochkessel, m., s. d. Art. Kessel, Küche, Blase re. Kochmaschine, f., eine Zusammenstellung von Kochröhren, d. h. viereckiger Kästen von starkem Eisenblech od. Gußeisenplatten, in einem Ofen od. Herd eingebracht, und zwar so, daß das Feuer ihn ganz umspielen kann; vorn versieht man diesen Kasten mit einer Thüre, meist mit einer Klappthüre, die also beim Oeffnen eine Fortsetzung der Platte bildet und das Herausziehen der Kochgeschirre gestattet; die Dimensionen etc. variiren sehr; s. darüber Ausführliches in d. Art. Kochröhre, Küche, Heizung und Ofen. Kochofen, m., s. d. Art. Ofen. Rochrühre, k., eiserner Kasten zur Einführung in eine Kochmaschine (s. d. sowie d. Art. Küche und Ofen). Bei der Mäßbestimmung wird immer noch nach altem preußischen Mäß gerechnet; die kuranten Maße, d. h. die Mäße der in großen Magazinen vorräthigen Ken, sind in Zollen: Rochsalz, u., s. d. Art. Salz, Steinsalz etc. Kaefsizient, m., frz. ooefficient, m., engl. coefficient, 1. (Math.) K. eines bestimmten Gliedes in einem mathematischen Ausdruck heißt der bekannte Faktor, der in diesem Glied vorkommt; so ist z. B. in dem Ausdrucka —bX Ien die Größe b K. des Gliedes mit u, oder kürzer, der R. von xX, der von x2. Ebenso ist z. B. in a DXEN das K. von xy?. Die Methode der unbestimmten Koeffizienten, nach ihrem Erfinder Cartesischer Satz genannt u. zur Bestimmung des Werthes von Ausdrücken in Reihenform dienend, besteht darin, daß für einen Ausdruck, welcher eine oder mehrere allgemeine Größen enthält, die Reihe schon als gefunden aufgestellt wird, z. B. bei nur einer Veränderlichen & in der Form a X-e kannt sind und dadurch ermittelt werden, daß man für den Ausdruck aus dessen analytischen Eigenschaften eine andere, ebenso geformte Reihe, etwa b— b. X bildet, so zwar, das die K.en b, b b,. von a, au, abhängig sind. Der Cartesische Satz behauptet nun, daß diesem Fall die Klen gleicher Potenzen von X, z. B. a und b. a, und b. etc. gleich seien; dadurch ergeben sich dann die ursprünglich unbestimmt angenommenen K.en. Differenzialkoeffizient, s. v. w. Differenzialquotient . d.). — 2. In den physikalischen Gesetzen werden die (K.en mit Hülfe der Methode der kleinsten Quadrate ermittelt. Vergl. d. Art. Bedingungsgleichung u. Quadrat. Koff, m., frz., Kuffe, Kuffschiff. Hosser, m., franz. eotlre, m., früher cofan (Kriegsbau), oben offene Caponniere (s. d.) zur Kommunikation zwischen Haupt⸗ und Außenwerken, nicht eingedeckt, blos zu beiden Seiten mit glaeisförmiger Brustwehr zum Schutz gegen Flankenfeuer versehen. Auch sie können nöthigentsbibliothek Heidelberg falls, wie die bedeckten Caponnieren, zu rasirender Vertheidigung des Grabens, wiewohl mit weniger Sicherheit gegen das feindliche Feuer, gebraucht werden. — Halber Koffer, Kommunikation, nur nach einer Seitedurchglacisförmige Brustwehr gedeckt. Zu rasirender Grabenvertheidigung nach einer Seite hin zu benutzen. Rofferkessel, m., s. d. Art. Dampfkessel. Kog, m., 1. (Wasserb.) in Schleswig s. v. w. angeschwemmtes und mit Dämmen eingefaßtes Land. — 2. In Steiermark auch Kag, lebendiger Zaun. — 3. Mittelalt.⸗ lat. coga, ein hölzerner Schlägel. — 4. In Tirol auch Rogel, m. (Kogel heißt eigentlich Spitze), Gipfel, schwedisch KoOk, Erdscholle, Stein. Kogge, k. (Schiffb.), Art niederdeutscher Schiffe, hinten und vorn abgerundet.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 199Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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